Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Zusammenwirken Esra's und Nehemia's
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829220-2829223-2855591--04069-2855637- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
74 Wissenschaftliche Aussätze: und, wie wir annehmen dürfen, als'thätiger!Keilnehmer an den iEap. 10) gefaßten Bcschlüffcn, deren Zllsanunenhang nüt den Bestrebungcn Esra's gar nicht zt> verkennen ist, wieder hergestetlt. 2) Es ist höchst auffallend, daß nachdem Esra die (Entlassung der heidnischen Fraueir einmal angeordnet. sodann nach ihm unter Rehemia der feierliche Bund geschloffen war, der (Reh. lo,;41) auch das Verbot heidnischer Ehen erneuerte, dock schon (Reh. 13. 2-l f> erzählt werden kann, wie nach einer höchstens stcbcnjährigen Abwesenkeit Rehemias die eheliche Verbindung mit Heiden so weit vcr» breitet war, daß sogar die .Uennrniß der hebräischen Sprache dadurch ans'S Höchste gefährdet schien. Selbst aber wenn inan, wie Grätz, die Beschlußfassung (Reh. 10) nach der zw ei reit Rückkehr Rchcinia's ansetzte, bliebe cd wunderbar, wie der fromme Rehcmia während seine»׳ ersten AttfentkaltS in Judäa den religiösen Zuständen so sehr sein Augenmerk entziehen konnte, das! seit den Anordirungeu Esra's diese Verwahrlosung cintrelen konnte, F!r den sieben Jahren seiner Ab- Wesenheit aber können unmöglich die Zustände sich so.geändert haden. Hätte dagegen Nehenüa nur wenige solche Fälle kennen gelernt, so hatte er (13, 21) nicht את ,דיהוריב, sondern מן תיהה־יב sagen müssen. Um diese auffällige Erscheinung zu beseitigen, muß ich zwei, meines Wissens, bis jetzt wie im stillschweigenden Einvcrständniß allgemein angenommene!Hatsachen zu bestreiten wagen. Die erste ist die. daß Esra die Entlassung der heidnischen Frauen durchgesetzt habe. Sehen wir uns die Verhandlung, deren Protokoll in verkürzler Form (Esra 10, 10—13) uns erhalten ist, und dasjenige, was in Folge jener Lolksbcschlüssc geschehen (10—11;, genauer an, so slnden wir, daß der Vorschlag gemacht wurde, cs möge ein Ausschieß gebildet werden, welcher, unterstützt von den Aeltcsten jeder Stadt, die mit fremde» Weibern Verheirathcten vorladcn falle“). Diesem Veseklensc jedoch widcrsctzten sich vier Männer, unter denen Mcschuttam als derjenige bekannt ist. der (Nehem. 8. 18) mit Tobia verschwägert war und daher später Nchcmia's, wie setzt Esra's, Bcstrebungen zu Hintertreiben suchte. Am ersten des zehnten Monat« 2) Der schwierige Lee« (10, 11» ist als ein Auszug au« dem Protokoll zu denke», welches dem Eompilawr vorlag, und die Auslassungen stnd durch עו־;יי bezeichn et, etwa wie wir ״u. s. tv." brauche». Demnach ist zu übersetzen: ״Unsere Fürste» mögen ausstehen <d. i. durch Aussteheu ihre Austiurmung bc» künde») für die ganze Volksversammlung: Feder i» unseren Städten, der fremde Frauen geheiraihei. solle zu bestimmten Zeiten erscheinen (vor den