Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Zusammenwirken Esra's und Nehemia's
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 2)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 73 Cap. 10. erwähnten Beschlußfassung schon todt gewesen, und demnach die (12. 25 ff.) erzählte Einweihung der Mauer Jerusalems, bei welcher Esra als Führer einer Abthcilung erscheint, der Zeit nach lange vor Cap. 10. zu setzen sei. Aber wenn nach Herzseld in dem Dokument (Cap. 10) Zidkia für Zadok stehen kann, so kann man mit demselben Rechte den (ibid. V. 3) genannten 91 feurio als ,dentisch mit Esra ansehen, ja mit weit größerem Rechte, da unter den Borfahren Esra's (Esra 7. i ff.) der Name Asaria zwei Mal, der Name Esra aber vor dem Exil niemals vorkommt. Es kann uns aber durchaus nicht wundern, daß anstatt des in der Umgangsspräche gewöhnlichen kürzeren und chaldaisirten Namens der längere und so zu sagen amtliche in einem amtlichen Dokumente gesetzt ist, eben so wenig, daß Esra nicht unmittelbar hinter dem Landpfleger Nchemia folgt, da hier in der Unterzeichnung eines Protokolls nicht die persönliche Bedeutung, sondern das Alter, oder wahrscheinlicher der Familienrang die Priorität in der Unterschrift bestimmte. Für die Ansicht von der Identität beider Namen spricht Neh. 12, 33, wo Asaria-Esra ohne Waw neben einander stehen, als sollten sie geradezu eine Person bezeichnen. Demnach sind die Worte D. 36. .,und Esra der Sopher vor ihnen' entweder nur ein erläuterndcr Zusatz dcS Chronisten oder eine Einschiebung desselben. da er in B. 33 Esra nicht erkannte. Auch andere in jenem Aktenstücke (Cap. 10) vorkommendc Namen, wiewohl nicht alle, behaupten ihre echt hebräische Form gegenüber der im Leben gebräuchlicheren chakdäischcn, z. B. Maasia (10, S) gegenüber Maadia (12. 5) Bilgaj (entsprechend Chüschaj) gegenüber Bilga, vielleicht auch Ginton (10, 7) gegen Gintoj (12, 4), wozu ,-,נא mit dem späteren ,->יא zu vergleichen wäre. Daß aber überhaupt zwei Namensformen neben einander gebräuchlich waren, bewiesen die eben angeführten, die man doch nicht alle als verschrieben ansehen wird, und ganz besonders (Esra 10, .קליה הוא קליטא :(23 Bleiben wir aber bei der Identität von Asaria und Esra, so ist die angegebene Schwierigkeit gelöst, und Esra als Theilnehmer und Nehcmia 8 liegenden Erzählungen unbeachtet ließen und zu der mit Nehemia 7, 73 wieder aufgenommenen Thäkigkeit Esra's übergingen. Dazu kommt, daß ja selbst Esra Apokr. nicht einmal die Trennung der Mischehen durch Esra erzählt-, was er bei seiner Vorliebe für Esra gewiß nicht unterlassen hätte, wenn ihm irgendwo eine Quelle dafür Vorgelegen. Jedenfalls dürste eine Lösung vorzuziehen sein, welche die überlieferte Reihenfolge unangetastet läßt. Diese aber hoffe ich hier zu geben.