Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 9)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsatz«. 67 au ihrem Platze bleiben, wenn ihr Abbild in einem Andern erscheint, so muß jenes Andere einen Sitz darbietcn für das, was in Wahrheit nicht selber kommt, jenes Andere, das durch seine Gegenwart und Kühnheit, Lurch seine, wenn mau so sagen darf, Bettelei und Armuth gleichsam mit Gewalt Etwas erhält und betrogen wird dadurch, daß es nichts Rechtes erhalt, tainit es bleibe die Penia (der mhthische Name der Materie nach Plotin e Auffassung des im Symposion des Plato norgetragenen Mythos) und beständig mehr fordere. Denn da eS einmal besteht, so beansprucht es, wie die Sage geht, beständig, wodurch es seine vom Guten entblößte Natur zu erkennen gibt. Es verlangt aber der Bettler nicht das, was der Geber bat, sondern ist zufrieden, was er and? immer erhält, so daß cs auch daran sich zeigt, daß das in ihr Ersdieinende ein Anderes ist. und ebenso zeigt ihr Name (ru-t'tu), daß sie nicht gesättigt ist. Daß cs aber in der Sage heißt, daß sie mit dem Poros sich vermähle, sosi nicht heißen. daß sic mit dem Seienden und der Sättigung in Wahrheit sich vermähle, sondern mit einer wunderliche» Sache: das ist aber mit der Schlauheit des Scheinbildes. Denn da es unmögsich ist, daß das ganz und gar am Seienden nicht 3heil habe, was auch immer in irgend einer Weise seiend außerhalb des Seins sich besindet (die Materie) — denn das ist die Natur des Seienden, daS Seiende hervorzubringcn, — das ganz und gar Nichtseiende aber mit dem Seienden sich-nicht mischen kann, so geschieht eine wunderliche Sache, wie cs ohne Theil zu haben Thcil hat und wie cs gleichsam durch die Nachbarschaft Etwas hat, obgleich cs seiner Natur nach nicht im Stande ist. sich zu verbinden. Es gleitet demnach ab, wie von einer fremden Natur, was es empfangen hat, wie der Schall von glatten und ebenen Fläche»; und das was dort nicht bleibt, erscheint dort nnd scheint von dort zu koinmen 8). Wenn aber die Materie so Theil hatte und empfinge, wie Mancher glaubt, so würde das, was z» ihr kommt, von ihr aufgctrunken in sie hi »ei»gehe», Jetzt aber zeigt cs sich, daß cs nicht aufgetrunken worden ist, sondern sic (die Materie) ist dieselbe geblieben, hat Nichts empfangen, sondern den Fortgang hemmend verhielt sie sich blvs wie ein zurück stoßender Ruheplatz und Aufnahmcort der daselbst zu ihr Kommenden und sich Mischenden. - 8) An dieser Stelle ist der Tect nicht in allen Ausgaben übereinstimmend and es muH vielleicht übersetzt werden: ״Weit es dort nicht bleibt, darum zeigt cs sich, dort" u, s. w.