Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 4)
- Language
- German
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62 Wissenschaftliche Aussätze. Der Ausdruck רוח ist;war vor! Munk richtig auf die Vitalscele bezogen, giebt aber erst sein ncuplatonisches Gepräge zu erkennen, wenn wir an das 7r»׳ffy׳« des Plotin denken. Plotin leitet nämlich an einer Stelle folgende Betrachtung ein (enn. IV, 4, 18): ״Darüber muß noch gesprochen werden, ob der Körper für stch Etwas bat und durch die Anwesenheit der Seele so lebt, daß er bereits im Besitze eines ihm Eigenrhümlichen ist, oder ob das, was er hat, die Natur ist, und sie cs eben ist, die sich mit dem Körper vergesellschäftet. Gewiß darf der Körper selbst, in welchem sowohl Seele als Natur thätig sind, nickt so gedacht werden, wie das Unbeseelte und wie die erleuchtete Luft, sondern wie die erwärmte Luft — bekanntlich auch dein Gebirol geläufige Bilder — und cs enstirt der Körper des Thieres wie der Pflanze bereits im Besitze eines Schaltens von Seele." Dieser Schatten von Seele nun. den schon der Körper hat, wird anderswo m'fr/irc rö 71 tot r?) 1׳ ipv/rjv — spiritunU' corpus, wie Fi ein übersetzt— genannt und als Medium zwischen Seele und Körper gefaßt. Allerdingsist cs zugleich die Bital- und Pflanzenscelc, wie wir es aus seiner Stellung zwischen Seele und Natur ersehen können. — Was nun die mittlere Stellung der in» tclligibeln Substanzen selbst betrink, so begründet sie natürlich Plotin in seiner Weise, indem er sagt, warum mit ihnen nicht die Reihe der Wesen schließe: 01׳ yno 0161׳ rt 3jv soyatov ro ע10ןז0ע tlvai; wobei er zugleich die G.'sche Bezeichnung des Sinnlichen als פעול האחרון אץ פעול לו a«deutet: ixrhov yao!16!עסי ovcUv fauv e'u 7T(>oc to xrnoh 0 uöv ndrroxv cldvvctToitctröv irtiiv (enn. II, 9, 8). §§. 4. 5. Die den Demonstrationelt dieser beiden Paragraphen zu Grunde liegenden Sätze sind bereits durch manches früher Beigebrachte als ncuplatonisch gekennzeichnet. §. 6. Gebirol nennt den Menschen einen Mikrokosmus (י(עולם קטן und lernt von der Construction desselben die analoge des Universums. Für unfern Zweck genügt die Vergleichung folgender Plotinischen Stelle (snn. III, 4, 3 exlr.): ״Die Seele ist Vieles und Alles und׳ das Obere sowohl als auch wiederum das Untere, soweit sich nur׳ das Lehen erstreckt, und ist Zeder von uns eine intelligible Welt {xoci trt'fiit' ixuntoz xociioc -vtjijroc), indem wir mit dem untern Thcile (unserer geistigen Kräfte) mit der Sinncnwelt zuscunmcnhängen, mit dem ober« Thcile mit der intclligibeln ü. s. w." Die Bezeichnung des Menschen als eines Mikrokosmus jedoch ist eine im Mittelalter zu sehr verbreitete, als daß der Ursprung derselben-nicht Interesse erregen sollte. Plato hat nur nicht-da»