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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 2 · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 2
Article
Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
Date
1858-01-01
Page
Seite 61 (sequence 3)
Language
German
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Wissenschaftlich« Aussätze, 61 nur, diesen Lehrgehalt als in sich berechtigt darzustellen, Die Annähme eines transccndenten Absoluten nun brauchte er sich und seiner Zeit gegenüber nicht zu rechtfertigen, noch weniger bas Vorhandensein einer materiellen Welt, Er stellt sich also sach- und naturgemäß die Ausgabe, von diesen zwei festen Punkten aus das Vorhandensein der vermittelnden iutcUigibeln Substanzen zu postulircn. Daß er dabei freilich die arge petitio prindpii begebt, das Absolute gleich in der neuplatonischen Abstractheit binzustellen. so daß es ihm dann nicht mehr schwer werden kann, die Nolbwendigkeit einer Ver- Mittelung zwischen diametral sich cnkgegenstchenden Gegensätzen, wie das Absolute und die Sinnenwclt nach ihm sind, zu erweisen, darf bei einem Philosophen nicht Wunder nehmen, der ganz innerhalb einer Schule steht. hat ihm aber auch den scharfen Tadel vieler Spätcrn, wie namentlich den des AristotclikerS Abraham den Daudet zugczogen, der von-ihm sagt, daß er geglaubt zu haben scheine, eine Menge schlechter Beweise gäbe einen guten. Unser Geschäft ist cs jetzt, im Einzelnen mit dem Nachweise fortzufahrcn, daß G. auch in diesem Tractate nur mit Plotinischen Elementen gearbeitet habe. §. 1. Zwischen dem Absoluten und dem Sinnlichen, lehrt Gebirol, findet ein rein gegensätzliches Bcrhältmß statt. Der Mangel an Wesensähnlichkeit ist aber ein Beweis, daß sic nicht unmittelbar zusammenhängen können. ובסלוק הדמות ימחלק הדבקות מפגי שהדבקות יהיה בדמות . Genan derselbe Lehrsatz lautet bei Proklus *): ״ Jeder (emanatistische) Fortschritt findet statt unter Wesensähnlichkeit des Zweiten mit dem Ersten" (dt öiiotorrjio(; änouXflrctt, instit. thcol. XXIX), und (XXXII): ״Es verbindet aber Alles die Achnlichkcit, wie die Unähnlichkeit Alles trennt und von einander reißt." Bei Plotin lautet der Ausdruck: dfioyevic ydg dsl tö ysvvM(1£V0v fXvcu (cnn. III, 8, 4). §§ 2. 3. Zwischen dem Absoluten und Sinnlichen, seht nun G. fort, sind die intelligibeln Substanzen das Mittlere und Bermit« telnde, wie zwischen Seele und Körper der Hauch. ׳והנפש גבדלת לגוף ולולי הרוח אמצעי ביניהם לא היה דבק כל אחד טהם באחר . 1) S. die Religionsphilosophie des Abraham be» David von Gugenheim« S. tö. , 2) Wir führen hie und da statt des Plotin lieber den Proklus an, weil dieser die Behauptungen gleich so scholastisch formulirt hat, daß die Identität mit G.'s Behauptungen ohne weitere Operation in die Augen springt.

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