Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / S.
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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476 Recensionen und Llnzeigen. messianischen Zeit den Tod (als Sunde) für immer verschwinden (Kap. 25, 8), ohne mit ihm den natürlichen aufzuheben. — Mit dieser Auffassung des בלע המות לנצח hat der Verfasser freilich so viel gewonnen, daß das, dem A. T. ganz fremde Moment einer ewigen Dauer des sinnlichen Lebens in dieser Stelle keine Stühe findet; aber wie stände cs mit seiner Erklärung von מות als Sünde, wenn eine nüchterne Exegese erklärte: המות ist nicht Object, sondern Subject des Satzes, also: ״der Tod vernichtet (sic, nämlich Israels Feinde-(?), die ihm so viel Leid zugesügt) für immer; und es trocknet der Herr die Thräne von jedem Angesichte und nimmt fort die Schmach seines Volkes" -— nicht der Tod, sondern die Bedrückung ist התמה. Freilich muß man dann auch V. 6 nicht aufsassen, als wollte Gott den Völkern ein leckeres Mahl auf Zion bereiten, vielmehr ein ungenießbares, von nichts als Fett und Hefen; so paßt auch V. 10 in den Zusammenhang (?). — Wir übergehen die folgende, mehr oder minder glücklich exegcsirte Parthie von Bibelstellen, auf welche der Verfasser seine Deductionen gründet und zu dem Resultate kommt: nicht das indische ״Werde Gott", sondern: werde wie Gott, lehrt das A..T. Der frei wirkende Geist ist nicht endlich, wie der sinnliche נפש; fragen wir aber nach den Geschicken und den Verhältnissen dieses Geistes nach dem Austritt aus dem Diesseits, so enthält es sich der näheren Angaben, wie es überhaupt alles Wissen um metaphysische Gegenstände als ein solches zurückweist, das außerhalb der menschlichen Wissensfähigkeit liege; das Wie und Wo liegen außerhalb der Grenze unserer Wissenssähigkeit. Auch der heidnisch-semitische Unsterblichkeitsglaube ist ncgirt. Die f)eitntifd;cn Borstellungen von einem Schattenreiche und einer Titanen- Welt sind dem israelitischen Volke und seinen Lehrern in prägnanter Weise bekannt, der Schcol wird in biblischen Büchern bis in die kleinsten Nüancirungen dargestcllt; aber doch ist dies heidnische Dogma weder. adoptirt, noch bejaht. Im Pentateuch und in den ersten Propheten ist שאול nur in - der Bedeutung ״Grab" oder ״Tod", zumal vom unseligen Tode der Frevler; bei den Späteren bedeutet es auch ״Unglück" überhaupt; und wenn Jes. 14, 4, Ezech. 32, 18 der Begriff ״Scheol" unverkennbar als unterirdischer Wohnsitz der Refaim geschildert wird, so sprechen di« prophetischen Redner nur zu ihren Zuhörern Babel, Aegypten, Assyrien in der ihnen bekannten Sprache. Im ויאסף אל עמיו könnte das chinesische Hoffen eines