Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / S.
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 475 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Reeenfionen und Anzeigen. 475 und des Götzendienstes die Negation des sch amanischen Unsterblichkcitsglaubcns ausgesprochen. — Hier müssen wir fragen, ob den Verboten gegen Götzendienst und Zauberei wirklich ein Negiren des heidnischen Unsterblichkeitsglaubens so unmittelbar zu Grunde liegt? Es scheint nur das Vorhandensein irgend welcher Macht außer Gott, welche auf das Geschick des Menschen Einfluß haben könnte, negirt zu sein: erklärte der Verfasser selbst eben erst die Apotheose der Verstorbeuen für eine Folge der Apotheose der Natur, nicht umgekehrt. — Das Buch Kohelet hat sich überdies speciell zur Ausgabe gestellt, die Nichtigkeit des selbstsüchtigen Seins zu erweisen. Die Vorstellung eines endlosen irdischen Seins ist also für das N. T. nicht zu erhaben,, sondern seiner unwürdig. — Aber auch die der indischen Religion angchörende Vorstellung vom Jenseits wird im A. T. negirt. Hcgcl's Ausspruch, daß die jüdische Religion mit ihrem freien, unsterblichen Gotte keine Spur von einer menschlichen Freiheit und individualer Unsterblichkeit aufzuweisen habe, wird durch Hegel's eigene Sätze über Freiheit und Unsterblichkeit widerlegt; das A. T. lehrt vielmehr, daß der Mensch mit Selbstbewusstsein und (potentialiter) gottähnlich geschaffen, auf daß er sich durch Selbstbestimmung und Naturbeherrschung (actualiter) gottähnlich mache; und in diesem Principe der Gottähnlichkeit ist der Begriff der Unsterblichkeit gegeben, wenn man den Urzustand des ersten Menschenpaares frei von dogmatischer Befangenheit preist, indem sie bildlich die abstracte Freiheit im Baume des Wissens vom Guten und Bösen, die concrete im Lebensbaume darstellt und in der Herrschaft der Sinnlichkeit den Tod des Geistes andeutet. Dies ficht der Verfasser in der Warnung des!מות חמור ausgedrückt; ״ denn daß hier nicht von einem phhfischen, sondern vom geistigen Tode die Rede ist, erhellt schon daraus, daß ersterer nicht wirklich mit dem Sündenfall eintcaf." — Diese Deutung zeigt nun freilich keine dogmatische Befangenheit; es will uns aber doch bedünken, daß der Verfasser hier eine Volte schlägt und uns mit einer homiletischen Auslegung abfcrtigen will. Wir bemerken noch, daß für die Erklärung des כי לקח אותו אלהים bei Hmoch der Verfasser in den Worten Jbn Esra's eine noch bessere Stütze gefunden hätte, als in dem Citate Hahn's. — Die wissenschriftlich nicht ganz stichhaltig« Allegorisirung dieser Parthien der Genesis fühlt der Verfasser selbst, beruft sich aber auf den Geist anderer Aussprüche des A. T., welche seiner Auffassung Berechtigung verleihen. — Schon im Diesseits will der Mosaismus das Unsterblichkeitspanier anfpflanzcn; auch Jesaja läßt in seinem Bilde der