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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 12 · p. Seite 474

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension] / S.
Date
1857-01-01
Page
Seite 474 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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474 Recensionen und Anzeigen. Darstellung des Unsterblichkeitsglaubens der heidnischen Völker des Orients voran. — Im Fetischismus und Schamanenthüm steht die Vorstellung von Unsterblichkeit auf der niedrigsten Stufe der Sinnlichkeit. Sie ist in Folge des niedrigen Gottesbegriffes nur eine Fortdauer des Genicßens nach dem Tode. Nicht viel höher stehen die Chinesen, die im Zusammensein mit den Ihrigen nach dem Tode die Unsterblichkeit erkennen. Ihnen gegenüber stehen die Inder mit ihrer Apathie gegen weltlich« Genüsse; diesen ist das Sichloswinden vom Irdischen, welches nur Jrrthum und Täuschung nährt, das Sichinsichvertiefen der Endzweck des Lebens. Das Höchste ist das von der Natur losgelöste Jenseits, das Brahma. Der Tod ist daher als Vereinigung mit der göttlichen Wcltseele ein Ersehntes; hier tritt die im Kastensystem begründete Seelenwanderung als Läuterung auf. — Bei den Egyptern tritt das Unsterblichkeitsbewußtsein in ein neues Stadium. Ein Volk, das durch die Beschaffenheit seines Landes auf die Arbeit angewiesen ist, erwartet Lohn für feine Arbeit, wird zu ernstem Nachdenken angeregt und in seinen religiösen Anschauungen gefördert: ein solches Volk ist geeignet, den Gedanken einer jenseitigen Belohnung und Bestrafung zu erfassen — daher Todtengerichte; soll der Egypter jedoch eine nähere Bezeichnung vom Jenseits geben, dann verfallt er in die rohesten Anschauungen. — In der persischen und iranischen Religion dagegen feiert die Unsterblichkeitslehre ihren Sieg. Hier tritt uns ein Reich des Guten und des Bösen, des Lichts und der Finsterniß, des Himmels und der Hölle entgegen, aber den Kampf zwischen Ormuzd und Ahriman wird Sosiosch (der Messias) schlichten bei der Auferstehung. — Der heidnische Semite kennt solchen Dualismus nicht, er kennt kein absolut Böses, sondern nur eine heilsame Naturnothwendigkeit, welcher der Mensch sich blindlings unterwerfen muß; aber während das Schamanenthum instinctmäßig die Macht der Begierde anerkennt, verharrt der Vorderasiate in bewußter Selbsttäuschung seiner Selbstsucht. — Solcher nur aus Egoismus entstandene Unsterblichkeitsglaube sollte vom A. T. vernichtet werden. Die Apotheose der Natur war der Zwillingsbruder der Apotheose des verstorbenen Menschen; das A. T. jedoch verlangt Anerkennung des Todes als des Schlußsteines des sinnlich vergänglichen Lebens, Endlichkeit des Menschen als eines Naturgeschöpfes. Wenn aber Zauberei und Götzendienst lediglich auf der Vorstellung von auch nach dem Tode fortlebenden menschlichen Geistern und diese auf dem Hange nach dem Irdischen und Sinnlichen beruht: so ist in dem Verbote der Zauberei

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