Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 428 (sequence 9)
- Language
- German
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428 Wissenschaftliche Aufsätze. §. 15. Ob man die Materie allein schon Substanz nennen soll, oder erst die Verbindung derselben mit der Form, untersucht auch Plotin (snn. VI, 3, 4). §. 16. Schon oben hat sich die Reihenfolge der Substanzen, nach welcher über die Substanz der Körperlichkeit sich die der Natur erhebt, als Plotinisch herausgestellt. Die Regel, daß zwischen dem Gewirkten und der Wirkung eine Wesensähnlichkeit statthaben müsse, lautet bei Plotin (III, 8, 4): ö(utysvec yäq asl d'&t 10 ysvvw- [levov bivai, dadivs&rsoor di■ §. 17. Kennt Jemand das Was der Substanz, lehrt G., so kennt er auch ihr Warum. Die Kenntniß des Warum, des Grundes, hängt aber mit der Kenntniß des göttlichen Willens zusammen. Den innigen Zusammenhang des ׳d sau und des du), 1 {, erörtert Plotin 6nu. VI, 7, 2. Er zeigt dort, daß die rechte Wesensbestimmung, den Grund schon enthält, wie die Definition der Mondfinsterniß beispielsweise zugleich ihren Grund mit einschließt. §. 18 — 20. Was er hier von dem Gehcimniß des Willens sagt, ist eine gelegentliche Aeußerung, die im 5. Buche deutlicher wird. Alle Wesen werden vom Willen zusammengehalten und hängen von ihm ab. Damit sind die Stellen des Plotiu zu vergleichen, wo er die Allgcgenwart des Einen auseinandersetzt, nicht substanziell, sondern so, daß sein Wirken überall ist. Dieses hypostasirte Wirken ist aber der Wille. Wir führen eine der vielen bezeichnenden Stelle» an, die zugleich für die folgenden Paragraphen von Wichtigkeit ist. ״Alles, was durch ein Anderes entsteht, ist entweder in diesem seinem Urheber, oder in einem Andern, wenn anders Etwas nach seinem Erzeuger (ein Mittelglied) vorhanden ist. Denn da es durch ein Anderes entstanden ist und zu seiner Erzeugung eines Andern bedürft hat, so bedarf es auch überall dieses Andern, deshalb ist es in diesem Andern. Es herrscht also die Einrichtung, daß das Letzte im Vorletzten ist, das, was diesem vorangeht, wiederum im Früher», bis man zum ersten Prineip gelangt. Das Princip aber, das Nichts vor sich hat, kann auch in keinem andern sein. Da es selbst nun in keinem Andern ist, während alles Uebrige in dem ihm vorhergehenden ist, umspannt es selber Alles. Indem es aber umspannt, zerstreut es sich nicht in den Dingen, sondern umfaßt, ohne umfaßt zu werden." {lud systovx iy0[j8vy enn. V, 5, 9.) Daß Gebirol dabei von einem großen Mysterium spricht, liegt wohl in dem Umstande, daß von Gott in gewissem Sinne gesagt werden kann, er sei überall, und in einem andern Sinn, er sei nir- 'Ä