Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 7)
- Language
- German
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426 Wissenschaftliche Aufsätze. also find sie auch an sich gesondert. Mit diesem Satze, dem der Plotinische, daß der vovc sv xal noXXa sei, entspricht, bahnt sich Gebirol den Weg zu der Auseinandersetzung, woher wir die Gewißheit haben, daß die Quantität und die Substanz, die sie trägt, mit Recht zu sondern sind ihrem Wesen nach, obwohl sie in der Existenz immer geeint auftreten. Da der Nus sie sondert, so sind sie auch realiter zu sondern, ist die Antwort. Ist ja der Nus selbst Eins und Vieles. Ebenso subsistiren die intelligibeln Substanzen und Accidenzen in einander, ohne darum ihre Wesensverschiedenheit aufzugeben. Interessant ist, daß wir bei Plotin derselben Beweisführung in etwas anderer Fassung begegnen. Er sagt sann. II, 4, 5): Wenn man gegen die Behauptung, daß auch die intelligibeln Substanzen Materie haben, einwenden wollte, daß sie beständig geeint seien, so müßte man auch die Materie der Körper läugnen. Denn auch sie ist nie ohne Form, sondern beständig haben wir einen ganzen Körper, dennoch aber eineir zusammengesetzten, und der Nus findet das Zwiefache (xal vovc evoiaxei 10 diiidv)■ §.9 — 13. Von hier beginnt Gebirol die Vergleichung der intelligibeln mit der diesseitigen Well.. um zu zeigen, daß wir von der Substanz, welche die neuen Kategorien trägt, ausgehen müssen, wenn wir die Natur des Höhern erkennen wollen. Der Satz aus Plotin, als dessen Explication die Betrachtung des G. anzusehen ist, lautet (SUN. II, 4, 4) I xUfjqfia de ovzoc (o xocifioc) sönv exeivov (sc. zov voyiov). Im Einzelnen bemerken wir: Im §. 11 weist G. auf den Nutzen der Erkenntniß der diesseitigen Welt und der Sinneswahrnehmung hin. Durch sie erinnert sich die Seele der höhern Substanzen und Accidenzen (עצמים השניים — demeoai. vvaiaij emi. VI, 1, 2), deren Kenntnis sie verloren hat mit dem Augenblicke, wo sie an den Körper gebunden wird. Dein entsprechend sagt Plotin (enn. IV, 8, 4): Festgehalten also ist die Seele, nachdem sie von oben herabgefallen, und in Bauden, und mit Sinneswahrnehmung thätig, weil sie verhindert ist, anfänglich mit dem Geist thätig zu fein .... dann aber sich dem Denken zuwendend, wird sie von den Fesseln befreit und steigt in die Höhe, wenn sie angesangen hat, das Seiende aus der Wiedercrinnerung anznschauen. Zu vergleichen ist auch P.'s an Plato sich anschließende Erklärung, daß der Reiz des sinnlich Schönen darin liege, daß die Seele sich freue, ihrem eigenen Wesen Verwandtes zu treffen (negl zov xaXov cap. 2).