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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 11 · p. Seite 425

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 11
Article
Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
Date
1857-01-01
Page
Seite 425 (sequence 6)
Language
German
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425 Wissenschaftliche Aufsätze. Niedere immer in dem nächst Höhern ruht und von ihm umschlossen wird, ist echt Plotinisch (enn. V, 5; 9). ״ Nicht ist der Körper der Ort für die Seele, sondern die Seele ist im Nus, der Körper in der Seele" u. s. w. Die Aeußerungen darüber bei Plotin sind so zahlreich, daß wir zu einem größern Mate noch Gelegenheit haben. Nicht zu vergessen bei der ganzen Betrachtung ist, daß Gebiröl seiner Aufgabe gemäß Materie und Form auseinander hält, Plotin dagegen die bereits aus Materie und Form bestehenden Substanzen in einander subsistiren läßt. §. 5. G. macht eine Digression über die Natur des שכל (povc). Die Wahrheit ist dem Nus nichts Aeußerliches, die er also wie die Sinne von außen her sich anzueignen hätte, sondern sie ist die Form, die er trägt, d. h. er hat sie, indem er sich selbst hat. Daß Plotin dieselbe Anschauung hat, wird man schon aus der Ueberschrift eines seiner Bücher erkennen: ön ovx s‘§« rov vov za' voyict. Eine bezeichnende Stelle ist (cap. 3 in 1t.): ן«« toivw (f vßic uvvq voi'C, za 9Pta, a. Ein und dasselbe Wesen also lasse sich als Nus, als die Gesammtheit des Seienden, als Wahrheit bezeichnen. Wie nun G. aus dieser Natur des Nus seine größere Vollkommenheit im Erfassen der Wahrheit folgert, als sie der Seele und den Sinnen eignet, so zeigt er daraus umgekehrt, wie der Nus das über ihm Seiende, das Absolute, nicht fassen kann. Indessen kann er es nur nicht erfassen, wie die Gesammtheit der Dinge, die er selber in sich trägt, wohl aber kann er sich dem Absoluten zuwenden, wie die Wirkung ihrer Ursache. Ebenso sagt Plotin, daß das Zweite, der vovg. dem Ersten als seiner Ursache sich zuwende und von ihm erfüllt werde, .so daß das Erste, was es an sich nicht ist, ein Denkbares wird im Verhältniß zum povg. Wir führen die Worte an (enn. Y, 6, 2): 6 vov~ 6 16 votyiov b/mv ovx äv (JvGcoänj fzrj ovötjc ovGiac xadaqäg poijiov, 8 7tqo; ft:er vovv vorftdr etftai: xa!J? savio de ovte voovv ovie ro>pdv y.voimc s<rva1. §§. 6. 7. 8. Im Vorigen erörterte G., daß der Nus alle Dinge in sich trage und daß daraus sein unmittelbares Erkennen der Wahrheit als ein Erkennen seiner selbst aufzufassen sei. Die feinere Substanz, fährt er fort, ist auch die stärkere im Erfassen der Dinge {rj do/j/ exctcruop änlovGzeQct rj avzd, Pl. enn. Y, 3, 16), also ist der Nus eine feinere und reinere Substanz. Diese Substanz, sagt er dann, trägt in sich alle Formen und weiß sie als gesonderte,

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