Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 3)
- Language
- German
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422 Wissenschaftliche Aufsätze. als Substanz, nicht als Accidens), eine sein (t>. h. indifferent), die Verschiedenheiten tragen, und einem Jeden Wesen und Namen geben. Was die hierher gehörigen Stellen des Plotin betrifft, so bemerken wir, daß das ganze Buch 7tsqI xmv ävo vXdiiv des Plotin den Schlüssel zu Gebirol's Lehre über die Materie überhaupt enthält. Im Einzelnen bringen wir bei: Daß die Materie eine sein müsse, lehrt Plotin in den Worten: äst äs avirjv vvvdszvv sivca aXXä cctxXovv xai sv n %1\ ccurijc cpvßst׳ (enn. II, 4, 8). Daß sie die Verschiedenheit an sich trage, setzt er in folgenden Worten auseinander sonn. II, 4, 4): ״Wenn der Ideen viele sind, so muß nothwendig etwas Gemeinsames in ihnen sein, aber auch etwas Eigenthümliches, wodurch sie sich eine von der andern unterscheiden. Dieses Eigenthümliche und die trennende Differenz ist die cigenthümliche Form. Wenn aber eine Form da ist, so ist auch ein Etwas, das geformt wird, innerhalb dessen die Differenz sich befindet. Es existirt also eine. Materie, welche die Form aufuinunt und ihr beständig zu Grunde liegt." Daß die Materie für sich besteht, sagt Plotin (enn. I, 8, 10): rj äs vXrj ov/. sv «X?m■ Was das aber heißen soll, daß sie existiren müsse, erhält seinen Sinn durch die Erklärung des Plotin (II, 4, 12): xcd ov xsvdv ovofxa, äXX' sdxt vTXor.sifMVov, xäv äooocov ■/.cd äfisysdsc imctoysi. §, 7. Alle Differenz besteht nur in den Formen. Die Parallele aus Plotin ist schon zum vorigen Paragraphen beigcbracht. §. 8. G. beschränkt seinen Ausdruck, daß die Materie cxistirc, dahin, daß sie nur dwupsi existire. Diese Aristotelische Unterscheidüng ist auch Plotinisch. mag ovv Xsyo/jbsv tcsqI avvijc (80. njc vXijc); tisie äs xcav Övvmv vXif; rj öu ävvdfxsi (enn. II, 5, 5). §. 9. Die Unterscheidung der 4 Materien im Sinnlichen., der partikulären künstlichen Materie, der partikulären natürlichen Materie, der universellen natürlichen Materie und der Materie der Sphären, beruht — nach Munk's Ergänzungen ausdem lateinischen Fons vitae — auf Betrachtungen, die ganz in derselben Weise int Plotin sich wiederfinden, Gebirol versteht nämlich unter universeller natürsicher Materie das den 4 Elementen zu Grunde liegende Substrat, welches nichts anderes ist, als die Körperlichkeit, die Quantität. Auf dieses Substrat kommt er auf analytischem Wege. In Kunstobjectcn, die aus einem Stoffe gemacht sind, ist die besondere Form dasjenige, wodurch sie sich unterscheiden; das ihnen zu Grunde siegende Gemeinsame, ist der Naturkörper, der mit Bezug ans das Kunstobject Materie heißen kann (die partikuläre künstliche Materie). Diese Materie