Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 2)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 421 so offenbar im Plotin hervortritt, daß P. (enn. IV, 3, 6) die Frage aufwirft, wie so die einzelne Seele sich nicht eben so schöpferisch verhalte wie die Weltscele, syovaa xai ccvir) ndvia h> sctviij. §. 2. Gcbirol beschreibt nun den Willen als die bewegende und schöpferische Macht und sagt: 1אי אפשר דבר שיתרוקן ממנו. Wörtlich eben so lautet die Erklärung des Plotin (enn. IV, 8, 6) über die diva^ig ürtXtioc, von der er sagt: ovdkv nsoudslv ä^oiQOV ctviijg dvvccftsvij. Interessant ist die hier gemachte ethische Bemerkung G's., in der wir sofort den Neuplatoniker hören. Die Tugend ist ihm wesentlich ■/.ädaQcjic. Durch Wissen und Handeln wird die Seele rein von den ihr anhängenden Störungen. (Vgl. Pl. eim. I, 6, 6.) Der Ausdruck והידיעה מצרכת הטעשה erhält seinen Sinn, wenn wir an die Plotinische Ansicht denken, daß die Praxis ein naoaxoXov- 0-tjp.a der Theorie ist. §. 3. Alles Existirende, sagt G., läßt sich auf drei zurücksühren: die erste Substanz (Gott), Materie und Form (Welt), und den Willen als Vermittler, ein Satz, der in dieser Form nicht Plotinisch ist. Bedenkt man aber, daß Materie und Form, im Gegensätze zum Absoluten, auch bei Plotin die Prineipien alles Endlichen sind, sowohl des Jntelligibeln als des Sinnlichen, und daß wir auch für die vermittelnde Thätigkeit des Willens Anknüpfungspunkte im Plotin gesunden haben, so werden wir auch hier die Uebereinstimmung nicht verkennen. Das Bild, daß der göttliche Wille sich verhält zu den Dingen wie die Seele zum Leibe, ist zu vergleichen mit der Aeußerung des Plotin (VI, 5, 6): Die Allgegenwart des Seienden sei zu fassen wie die der Seele in jedem Theile des Leibes. §. 4. G. bespricht noch einmal die Wichtigkeit der Psychologie. Die Seele ist der Wohnsitz für alle Dinge. Die Stelle aus Plotin, welche dasselbe sagt, ist bereits beigebracht. §. 5. Gebirol erklärt, daß das Absolute an sich unerkennbar, daß aber die Kenntniß seiner Existenz, bezeichnet durch die Wirkungen, die von ihm ausgehen, möglich sei. Plotin sagt (enn. V, 3, 14): Man könne Wohl ttsqi avrov (sc. tov Lnöc) reden, aber nicht amo angeben, denn wir sagen wohl, was es nicht ist, aber nicht was es ist, (acSie sx rtfiv vötsqov ttsqI avzov Xeyofxsv. Der vom Absoluten gebrauchte Ausdruck אין לו תכלה entspricht dem Ausdrucke 6 fXsdc oi) nsnf.QcirjjiivoQ (enn. IV, 3, 8). §. 6. G. entwickelt die nothwendigcn Eigenschaften der Materie als eines Substrats. Sie müsse existiren, für sich existiren (soll heißen