Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Ibn-Gebirol's (Avicebron's) Bedeutung für die Geschichte der Philosophie
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 6)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aussätze. 391 giblen Substanz, die aus der Einheit geflossen ist, folgt. Der einzige Grund, warum Plotin nicht schon in der ersten intelligiblen Substanz das Absolute erkennt, ist ja gerade der, daß auch im reinen Denken die Zweiheit des Denkenden und des Gedachten sich findet, das Absolute aber das schlechthinnige Eins sein muß. Ein anderer Grund, nicht schon mit Plato die Ideen selbst als das Erste und Absolute zu setzen, lag ja für Plotin nicht vor. Hier zeigt fich alsv, daß Gebirol und seine Zeit in das eigentliche Motiv Plotin's für seine Lehre nicht eingedrungen ist. Weniger charakteristisch für die Unterscheidung Gebirol's von Plotin halten wir des Erstem Hypostasirung des göttlichen Willens. Munk ist es entgangen, daß auch dafür der Keim in Plotin selbst zu finden ist. In seinem Buche über den freien Willen des Einen (nsqi tov sxovciov xai d-sXijpiuTog %ov tvoc) findet sich folgende bezeichnende Stelle (enn. VI, 8, 9): ״Du bist zwar im Stande, Alles, was nach ihm (dem sv) kommt, anzugeben, von ihm selbst aber wirst Du sagen, daß es Nichts von jenen Dingen sei, sondern, wenn Du es anders bezeichnen willst, so bezeichne es als eine Macht, die ganz ihrer selbst in Wahrheit Herr ist, die das ist, was sie will, richtiger vielmehr, die das, was sie will, hinauswirft auf die seienden Dinge, die selbst aber erhaben ist über jedes Wollen, das Wollen nach sich setzend V' Zum Verständniß dieser Stelle müssen wir uns erinnern, daß Plotin — und darin stimmt Gebirol mit ihm überein, nur daß er die strenge Consequenz nicht aushält — das Erste für schlechthin unerkennbar hält, daß wir also von ihm weder ein Wissen noch ein Wollen aussagen können. Wohl aber sind wir im Stande, von den geschassenen Dingen auszusagen, daß in ihnen der göttliche Wille thätig sei, wenn auch der Ausdruck vom Absoluten gebraucht ebenso unzutreffend ist, wie wenn wir irgend ein anderes Prädicat von ihm aussagen. Gerade also in der Consequenz des Plotinischen Systems lag die Hypostafirung und das substanzielle Auftreten des göttlichen Willen. Wahr ist nur das Eine, daß Gebirol wohl von 6) 'AD' aoQicrov l$d>v ccvro itnvxu juh>?eineTv tu ijet «vtq ׳ (ptjoeis <fe ovö'ev ixilvwv ßvui, cM.u eins!) d'iiva/uv Ttüßuv uvxrjs ovtms { XVQÜiV TOVTO OVOttV 0 jJLttlXoV (J's 0 3־'€'Iet aTlOßQl'lpaOUV ets Ta ovru, etVTTjV <ib fisC^ova navtog tov ■9-eDip ovaav, ro ')■D.et-v (xst uvrrjv Wir werden der Kürze halber im Folgenden die nöthigen Stellen nur deutsch zu geben versuchen und mit einem Hinweis auf den griechischen Text uns begnügen, außer wo die Identität des Gcbirol'schen und Plotinischen Ausdruckes hervortreten-soll. E!