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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 10 · p. Seite 378

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 10
Article
Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi
Date
1857-01-01
Page
Seite 378 (sequence 14)
Language
German
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378 Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi. seines Herrn und bot ihnen für die aus den Rückständen noch znkonttnenden Gelder die Hälfte, worauf die meisten, welche bereits Alles für verloren gegeben hatten, mit Vergnügen eingingen — den Schlossern des Königs waren neue Schätze zngeführt. Wir wissen recht wohl, mit welchen: Namen man ein solches Verfahren in unseren Tagen bezeichnen würde; doch dürfen wir nicht vergessen, daß wir uns mit dem 14, Jahrhundert beschästigen, und in jener Zeit fand Niemand in einem solchen Arrangement etwas Ungesetzliches. Bediente man sich ja in den Kriegsgelten des vergangenen, ja selbst des gegenwärtigen Jahrhunderts noch ganz anderer Mittel und Wege, um Geld zu erlangen. So verschaffte Samuel Lewi seinem Könige die zngestcherten Schätze, stellte außerdem in der Verwaltung der Finanzen dadurch Ordnung her, daß er intelligente Juden zu Einnehmern einsetzte, welche ihm durch die von ihnen geleisteten, ganz bedeutenden Vorschüsse noch besonders nützlich wurden. In wenigen Monaten befand sich das ganze Finanzwesen Pedro's auf einem neuen Fuße und er war, freilich nur für kurze Zeit, der reichste Souverain von ganz Spanien. Merkwürdiger Weise verschwindet Samuel Lewi mit dieser großen, meisterhaft ausgeführten Operation ans der Umgebung des Königs und zugleich aus der Geschichte; die Chronisten erzählen nichts mehr von ihm, als das tragische Ende, welches ihm zum Lohne für seine langgehegte Freundschaft und die vielen Dienstleistungen von seinem königlichen, wankelmüthigeu Herrn bereitet worden ist. Ob er sich mit dem Ansange des Jahres 1356 und dem Beginne der aragonischen Kriege aus dem Staatsdienste zurückgezogen habe, oder ob er, wie wir aus der Inschrift der frühern Synagoge von Toledo, von welcher sogleich die Rede sein wird 0), vermuthen, noch ferner dem Vaterlande diente und 9) Zuvor Etwas über die Inschriften selbst. Sie befinden sich in einem sehr schadhaften Zustande an beiden Seiten des Hochaltars der del Transito- Kirche zu Toledo, und wurden von dem Convertirtm Joseph Juan Heydeck 1789 in einer dem Erzbischöfe von Toledo gewidmeten und 1795 in der von der ersten abweichenden Abschrift veröffentlicht. Von der sich auch für jüdische Geschichte interessirenden Akademie der Wissenschaft in Madrid wurde diese Inschrift 1799 insoweit genau ausgenommen, daß die fehlenden Reihen und Worte ausgelassen sind. Sie besiuden sich in den M6moria8 de 1a Real Academia, Tom. III. (Madrid 1799). Vergl. diese Monatsschrift, 5. Jahrgang S. 321 ff. Dieser Inschrift zufolge war Samuel Lewi bei der Einweihung oder

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