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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 10 · p. Seite 377

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 10
Article
Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi
Date
1857-01-01
Page
Seite 377 (sequence 13)
Language
German
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Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi. 377 nur trotz der großen, von Seiten der Feinde und Freunde erlittenen Plünderungen, dem Könige Geld zu verschaffen, sondern er setzte mit seiner Geschicklichkeit auch eine gründliche Reform des Finanzwesens durch, ein Verfahren, welches ihm noch lange den Ruhm eines großen Staatsmannes sicherte. Ahala und Andere ch machen uns mit den in derartigen Verhältnissen eben nicht seltenen Mitteln bekannt, deren er sich bediente und welche auch wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Eines Tages amüstrte sich der König, in feinem Standquartier zu Morales mit dem Würfelspiel. v Vor ihm lag seine Kriegskaffe, welche ihm zugleich als Spielbörse diente. 20,000 Dubloneu war der ganze Bestand. ״Das ist meine ganze Habe!" rief Pedro in dumpfer Stimme und mit bitterem Lächeln aus. Nachdem das Spiel geendet hatte, zog ihn Samuel Lewi bei Seite und sagte ihm: ״Herr, heute habt Ihr mich in Gegenwart Eures ganzen Hofes beschämt, denn muß es für urich, Euren Schatzmeister, nicht eine Schande sein, daß mein Herr nicht reicher ist? Die ganze Schuld trifft Eure Steuereinnehmer. Diese rechnen nur zu sehr auf Eure Nachsicht und mißbrauchen Eure Güte. Ihr seid jetzt selbstständig/ganz Castilien liebt und fürchtet Euch, es ist an der Zeit, aucf) der Unordnung im Finanzwesen einmal ein Ende zu setzen. Antorisirt mich nur, mit Euren. Finanzmännern unterhandeln zu dürfen, vertratet mir nur zwei feste Schlösser an, und ich bürge Euch, daß Ihr in kurzer Zeit einen Schatz besitzen sollt, der größer ist als der Inhalt dieser Börse!" Man kann leicht denken, daß der König sich beeilte, seinem Schatzmeister die nöthigen Vollmachten und gewünschten Schlösser zu übergeben. Wie erfüllte nun Sainuel Lewi sein Versprechen? Es war damals allgemeiner Brauch, die Besoldungen der königlichen Diener in Anweisungen auf die Steuereinnehmer zu zahlen. Diese händigten aber in den meisten Fällen nur die Hälfte der betreffenden Summen aus; alle Reelamationen wegen des Restes waren gewöhnlich vergebens. Da verlangte der Schatzmeister endlich einmal Abrechnung und die ziemlich bedeutenden Rückstände. Keinerlei Entschuldigungen wurden angenommen, und so sah er sich vermittelst der königlichen Vollmachten und der ihm zur Verfügung gestellten äußern Macht früher am Ziele, als er selbst erwartete. Zn gleicher Zeit berief er auch die Gläubiger 8) Ayala, 1. c. 6. anno, Cap. XY; Ant. de Vera, 1. c, p. 34 a, ]b.

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