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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 10 · p. Seite 372

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 10
Article
Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi
Date
1857-01-01
Page
Seite 372 (sequence 8)
Language
German
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372 Don Pedro und sein Schatzmeister Samuel Lewi. drücken, ihre teuflische Zauberei durch den dem Könige ertheilten Rath zugezogen haben, nach dem Vorbilde Frankreichs alle Juden aus dem Lande zu jagen. Läßt sich nun solches von einer sranzöstschen Prinzessin, einer Verwandten Philipp des Schönen, auch wohl erwarten, so ist doch höchst unwahrscheinlich, daß sie so bald — sie kannte ihren Gemahl nur zwei Tage, am dritten verließ er sie heimlich und sah sie nur noch einmal wieder — den als Judenfreund bekannten Pedro mit ihren frommen Wünschen belästigt habe; und so gehört auch dieses sowie die den Juden angedichtete Zauberei in das Reich der Fabel'). Die Antipathie, welche der König gegen' die sogar als liebenswürdig geschilderte Blanca vom ersten Augenblicke ihrer persönlichen Bekanntschaft zu erkenneil gab, findet in der damaligen Politik selbst ihre Begründnng. Einer der mit dem Könige auf kurze Zeit und nur zum Schein ausgesöhnten Brüder, Don Tello, war mit dem Ehrenamte beauftragt, die königliche Brallt von Paris abzuholen und auf dieser cm volles Jahr währenden Reise soll es ihm gelungen sein, die zukünftige Königin für seine Partei zu ge- Winnens. Was auch der Grund immer gewesen sein mag, Pedro verließ die rauschenden Hochzeitsfeierlichkeiten, eilte sehnsuchtsvollen Verlangens zu seiner Padilla und begab sich mit ihr und ihrem Anhänge nach Toledo. Sobald der einst mächtige Minister Albuquerque die Flucht des Königs erfahren hatten versprach er im Selbstgefühl seiner Macht der trostlosen Mutter und der bestürzten Gemahlin, den Entronnenen in ihre Arme zurückzusühren. Mit einem Gefolge von 1500 Mann schlug er den Weg nach Toledo ein; es war das letzte Mal, daß er als Minister begrüßt wurde. In einiger Entfernung von der Stadt kam ihm Samuel Lewi, durch die Gunst, in welcher er bei der Padilla stand, schon zum geheimen Rath befördert, mit Friedensbegrüßungeu von seinem Herrn entgegen. ״Der König," sagte er ihm, ״schätzt noch immer Eure alte Erfahrung und rechnet wie früher auf Eure Dienste. Ohne Furcht könnt Ihr Euch ihm nähern. Rur wundert sich mein Herr, daß Ihr eine so große Begleitung mit Euch führt, und bittet Euch, dieselbe zu entlassen." Noch einige freundliche Worte von Seiten der Padilla wurden hinzngefügt und Samuel 1) Hist. d. pap. d’Avignon p. 224. 2) Anton, de Yera, 1. c. 44 a; Josef Ledo del Pozo, i. c. p. 189.

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