Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Eldad und Medad im Pseudojonathan
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 3)
- Language
- German
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348 Wissenschaftliche Aufsatze. אליצפן בר פרנך sei nämlich zu lesen אליצפן בר עויאל (Elizaphan Sohn Uftel). Der Zweck der Sage sei also Eldad und Medad, denen so.wichtige Prophezeiungen bis zu Israels letzter Zukunft in den Mund gelegt werden, dem levitischen Stamme entsprießen zu lassen, sse — gleich Moses — als Enkel des Kehoth darzustellen. ' Elizaphan Sohn Usiel's war Staminsürst der Kehotiten (4. Mos. 3, 30), also der Vornehmst« und Würdigste jenes Geschlechts, darum ebenbürtig, daß Jochebed, nach ihrer Trennung von Amram, mit ihm sich vermahlen konnte. Der 9?ante עזיאל war nur mit dem Anfangsbuchstaben ע bezeichnet, ein Abschreiber irrte sich und schrieb für ע ein 2, «in späterer machte aus פרנך פ, und so ward der Fehler stereotyp. — Allein auch hierdurch schwinden nicht alle oben angegebenen Bedenken; es scheint zumal befremdlich, daß Jochebed anstatt ihres Neffen Amram nun gar ihren noch viel jüngeren Großneffen Elizaphan geehelicht habe. Der Ursprung jener Angabe Pseudojonathan's dürfte daher ganz wo anders zu suchen sein. — Es war längst der Satz aufgestellt worden, daß die Bücher der Chronik und die darin befindlichen (zuweilen sich widersprechenden) Genealogien nur zum Behuf paraphrastischer Auslegungen in den Kanon ausgenommen worden seien (Wajikra rabba c. 1 לא ניתן דהי" אלא לידרש); eine große Anzahl derartiger, allerdings zuweilen abenteuerlicher Explanationen von Stellen der Chronik, meist zu apologetischen Zwecken, sind daher im Talmud und den Midraschim enthalten. So viel uns bekannt, ist jedoch über l.Lhron. 4, 17: ובן עורה יתר ומרד ועפר וילון ותהר את מרים ואת שמי ואת ישבח אבי אשתמוע in den uns zugänglichen hagadischen Werken keine Auslegung zu finden. Der Kirchenvater Hieronymus (Wer. op. t. 3. p. 165 ed. Francof. et Lips., quaest. in Paralip.) erwähnt hingegen zu eben gedachtem Bibelverse folgende ״hebräische Tradition", die wir nachstehend in deutscher Uebertragung mittheilen: ״Esra wird durch ״Hülfe" erklärt, dies sei Amra m, Mosis und Aarons Vater. Jeth er heißt ״Ueberrest", dies ist Aaron; Mered so viel wie ״Empörer" ist Moses. (Der Sinn ist, wie wir hinzufügen, wahrscheinlich weil Moses sich gegen Pharao empörte. Im Talmud Megilla 13 a wird Kaleb Mered genannt, weil er sich gegen den Vorsatz der übrigen Kundschafter empörte.) Efer d. i. Staub ist Eldad; Zalon, Eiche (also wie אילן) ist Medad; dieselben Beiden, welche weissagten. Es wird nämlich überliefert, Moses habe, nachdem er das Gesetz empfangen, seinen Vater in der Wüste veran-