Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Eldad und Medad im Pseudojonathan
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 2)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 347 hatte, so suchte man auch einen für Medad zu erhalten, sah sich aber bei diesem Namen auf die Identität eines einzigen Buchstabens, des מ, beschränkt, welche Weise aber auch sonst als Notariakon bekanntlich häufig in den Midraschim vorkommt. — Abweichend hiervon erklärt Pseudojonathan zu 4. Mos. 11, 26 Eldad und Medad für die Söhne Elizaphan's Sohn Parnach's (gleichfalls einer der 4. Mos. 34, 25 genannten Stammfürsten und zwar des Stammes Sebulun), den Jochebed, als Amram sich von ihr getrennt hatte, noch vor Mosis Geburt geehlicht und in welchem Zeiträume sie ihm zwei Söhne, Eldad und Medad, geboren haben solle. — Daß Amram zu der Zeit, als Pharao's Befehl ergangen war, alle männlichen Kinder ins Wasser zu werfen (2. Mos. 1, 22), von seiner Gattin Jochebed sich getrennt habe, wird auch im Talmud (Sota 12 a) erzählt, nicht aber daß Letztere sodann wieder eine andere Ehe eingegangen wäre; im Gegentheil wird daselbst mitgetheilt, daß Alle Amram's Beispiele folgten und von ihren Frauen sich schieden. Und in einer solchen Zeit sollte Elizaphan Sohn Parnach's gerade erst geheirathet und zwei Söhne gezeugt haben? — Andererseits ist es ein offenbarer Anachronismus, den Elizaphan Sohn Parnach's, der unter Josua mit nach Kanaan zog, schon in Egypten leben und vor Mosis Geburt Kinder zeugen zu lassen, da ja Alle, die beim Auszuge aus Egypten über 20 Jahre alt waren, außer den in der Bibel genannten Ausnahmen, in der Wüste starben! Hierauf macht schon der Verfasser des Jalkut chadasch (ums I. 1640) aufmerksam und glaubt daher, es müsse der Targumist einen anderen Elizaphan ben Parnach im Sinne gehabt haben. — Unseres Wissens ist auch jene Angabe Pseudojonathan's in keinem uns vorliegenden Midrasch enthalten. Jbn Jachia im Schalscheleth hakabala (sä. Von. Bl. 13) — und diesem nachschreibend der Verfasser des Seder hadoroth — meint zwar auch Pirke R. Eliezer und Raschi zur Chronik hätten die Sage, daß Eldad und Medad die Söhne Elizaphan's Sohn Parnach's gewesen seien; allein dies gehört zu den vielen anderen Unrichtigkeiten des Jachia'schen Buches; wir haben Solches weder in den P. R. Eliezer noch in Raschi (Pseudoraschi) zur Chronik gefunden. — Es müßte denn sein, daß Jachia die fehlenden Abschnitte des Pirke R. Eliezer (vgl. Zunz g. Vortr. S. 273 u. D. Loria hebr. Einl. zu den P. d. R. Eliezer) gekannt und jene Sage darin sich befunden hätte. Man könnte zwar der Vermuthung Raum geben, es sei hier ein alter Fehler in den Handschriften Pseudojonathan's; anstatt