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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 9 · p. Seite 329

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Juden in Danzig
Date
1857-01-01
Page
Seite 329 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Zur Geschichte der Juden in Danzig. 329 feste ein מנין ein geladen werden, außerdem aber noch für jeden Gulden, den Einer zur Gemeinde beiträgt, noch eine Person." Die Gemeinde hatte, wie überhaupt das Städtchen Altschottland, unter der Herrschaft Preußens sehr gewonnen. Friedrich der Große, dem seine neuen polnischen Besitzungen ohne Danzig werthlos waren, ergriff alle erdenklichen Maßregeln, diese Stadt durch völlige Jsolirung und unerschwingliche Zölle in ihren Handelsinteressen am empfindlichsten zu treffen und sie zur Unterwerfung unter sein Scepter zu nöthigen. Zu diesen Maßregeln gehörte auch die 1776 zu Altschottland eröffnete Messe, wohin alle Maaren aus dem gleichfalls preußischen Fahrwasser gebracht wurden. Da diese preußischerseits möglichst begünstigt wurde, so war es um die Danziger Dominiksmesse geschehen. Käufer und Verkäufer zogen nach Altschottland, vergebens verbot Danzig den Durchzug zu dieser Messe durch sein Gebiet und das Einbringen dort gekaufter Maaren in die Stadt. Es mußte beides geschehen lassen. Da dieser Zustand 18 Jahre, bis zum 7. Mai 1783 dauerte, so nahm der Wohlstand der Juden Altschottlands bedeutend zu. Nach einer bei der königlichen Kammer zu Marienwerder eingereichten Liste zum Behufe der Erhebung des Schutzgeldes und einer Klasseusteuer zählte die Gemeinde damals 66 ordentliche, d. h. steuerzahlende Mitglieder, und 32 außerordentliche. Das Schutzgeld betrug für jeden Besteuerterl 12 Thlr. Zur Klassensteuer war das Gesammteinkommen aus 34,800 Thlr. geschätzt, das des reichsten Rabbi Anschel auf 4000 Thlr. Außer diesen Abgaben mußte die Gemeinde noch jährlich für 1700 Thlr. Porzellan aus der königlichen Fabrik annehmen, woran die Hälfte verloren ging. Zu den außerordentlichen, steuerfreien Mitgliedern werden gezählt 8 älteste Söhne und 24 Gemeindebeamten, nämlich: 1 Rabbiner, 3 Rabbinatsassefforen, 4 Gemeinde-Pedelle, 3 Krankenwärter, 3 Schächter, 1 Garkoch, 2 Lehrer, 3 Bäcker, 2 Wärterinnen, 2 Stellvertreter der Pedelle.. — Wir vermissen darunter Vorbeter und Sänger, vermuthlich wurden diese Aemter nebenbei von den Verzeichneten versehen. Jedenfalls muß man aber zugeben, Altschottland repräsentirte eine Gemeinde, die Allem genügte, was gefordert und gewünscht werden mag. VII. Werfen wir nun einen Blick auf die Nachbargemeinden, die gegenwärtig mit der Altschottländischen in einer Stadt zusammen

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