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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 9 · p. Seite 324

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Juden in Danzig
Date
1857-01-01
Page
Seite 324 (sequence 4)
Language
German
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324 Zur Geschichte der Juden in Danzig. besorgt auch die Unterhaltung des Friedhofes und nimmt dafür die Beerdigungsgelder ein. Jedoch führt sie von ihrem Ueberschusse alljährlich eine Summe an die Gemeindekasse ab. Ich erwähne diesen Umstand deshalb, weil in neuerer Zeit der entgegengesetzte Gebrauch. in vielen Gemeinden und besonders hier in der Altschottländischen üblich ist. Da hat die Beerdigungsgesellschaft ihre eigene Kasse, ist sogar Gläubigerin der Gemeindelasse, während sie doch einen beträchtlichen Theil ihrer Einnahme ans dem öffentlichen Gemeindegottesdienst für das Sprechen der אמ׳ר zieht, wodurch dieser zumal an den Tagen, da das ällgemeine הזכרת נשמות (Todtenfeier) stattfindet, ganz ungebührlich ausgedehnt wird. Die Gemeinde hat ferner einen Vorbeter, einen Singer und einen Baß, ja es werden משוררים erwähnt, was aus einen vollständigen Chor schließen läßt. Wo bist du schöne Zeit geblieben! ■— Es ist ferner ein eigener Fleischscharn vorhanden, an welchen שוחטים!Schächter) und מנקרים (Reiniger) fungiren. Es ist eine מקוה (Frauenbad) da, an welchem zwei Frauen angestellt sind, die den Dienst einschließlich Erwärmung und Beleuchtung des Bades und Badezimmers für die geringe Vergütung von 71/2 Sgr. verrichten müssen. Es wird ihnen mit Absetzung gedroht, wenn sie mehr nehmen. Später wird die Badeanstalt für 86 Thlr. jährlich verpachtet. An der Spitze aller religiösen Angelegenheiten steht ein Rabbiner. Vor 1762 ist Niemand bekannt, der dieses Amt verwaltet hätte. In diesem Jahre beruft die Gemeinde den, seiner eminenten Gelehrsamkeit wegen weit und breit berühmten ר׳ אלחנן ב' מהור׳ר שמואל . Sein Vater war Rabbiner zu Bonn über die Kölnischen, Arnsbergschen und Münsterschen Lande. Er selbst war vorher Rabbiner zu Fordon. Von seinem gelehrten Wissen und Scharfsinn zeugt hinlänglich das von seinem Sohne nach dessen Tode heransgegebene Werk 3סררי טחרח). Seine Anhänglichkeit an die Gemeinde, sowie die Liebe und Verehrung, Me ihm von ihrer Seite zu Theil ward, geht aus folgendem wahrhast rührenden Zuge hervor. Sein Vater, der 1767 zu Bonn mit Tode abgegangen, hatte noch bei Lebzeiten von den dortigen Gemeinden die Ernennung seines Sohnes zu seinem Amtsnachfolg er zugesagt erhalten, und gleich nach seinem Hinscheiden wurde 3) Commentcn zu ,ד,למת נדה!טבילד des ש״ע י״ד nebst Glossen zu מ נהה».

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