Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Über das Alter des Hillel'schen Kalenders
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 8)
- Language
- German
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314 .Wissenschaftliche Aufsätze. nung gethan. Im Gegmtheile sind die meisten Angaben und Data, ja gar oft geschichtliche Nachrichten und praktische Lehren, den Grundsätzew desselben : ganz entgegengesetzt. ,Selbst bei den spätesten Gelehrten der Talmndperiode R. Aschi, R. Jemar, R. Jdi, Ra- Lina u. A. ist. nirgends eine Spur von dieser wichtigen Neuerung zu finden, und sie behandeln dieses Thema selbst bei praktischen und rituellen Fragen ihrer Zeit noch immer im Geiste der alten Einrichtungohne dabei des gewaltigen Unterschiedes zu gedenken! — Bedenkt man überdies, daß die Neumondverkündigungen durch die Auflösung des Patriarchats, 415 d. g. Z., und des Synedriums früher schon zu einer bloßen formellen Sache herabgesunken war, so ist.es׳ leicht erklärbar, da ohnedies in Betreff der Feste und Gebete Alles beim Alten blieb, daß die Kalenderreform sich ohne vieles Aussehen leicht Eingang verschaffen konnte. — Jedenfalls kann man, wenn man von der ungeschichtlichen Nachricht des Hai Gaon absieht, ohne Schwierigkeit annehmen, daß die Neumondverkündigungen, Kidusch Hachodesch, noch von R. Gamaliel Bathrai, bis 425, dem letzten bekannten Sprößling des Hillel Hanassi, vorgenommen werden, da damit die Nachrichten des Talmuds harmouiren. Denn wie ließen sich sonst im Munde der Talmudisten die Ausdrücke: pOv ->^אטימר אמר,,רמה׳׳רעתך■ דעברוה ^אלול? <ממ erklären .und ohne Zweideutigkeit rechtfertigen? Hier sind die Worte buchstäblich zu nehmen, wie dies auch Maimuni, Jom Tob Ab. 6, 14 mit Recht behauptet. Auch von Raba b. Joseph wissen wir, daß die Neumondverkündigungen ihm durch das bekannte geheime Sendschreiben, (s. Synhedrin 12 a) angezeigt wurden *). Später freilich *) Zur bessern Orientirung wollen Wir noch einige geschichtliche Facta, die wir theils -citirt haben, zusammeustellen, da die Ausdrücke: «r1׳« pZ״,« nna׳n «ידעינן בקיבה,׳ allgemein mißverstanden wurden. Daher muß man immer die talmudischc Chronologie vor Augen haben, um Jrrthümer zu vermeiden. — Jerus. Rvsch Haschana 11, 5 werden einige Talmudisten erwähnt, die bei den Functionen des Kidusch Hachodesch zugegen waten und unter Ändern R. Jose und R. Jona. Das. III, 1 wird berichtet, daß R. Abuhu den Sendboten das Losungswort: unser Erlöset,-׳ wimir, mitgegeben und daß R. Berachja das Zeugniß von stummen Sendboten angenommen hat. .Vom dem Aufträge des. R. Simon wegen ,der Dechioth, Sukka IV,. 1, haben wirchereits gesprochen. Ferner wissen wir. von Ulla, daß er einmal ein Sen dhD,,war, Rosch. Haschana 22 b, so wie daselbst 19 b und 21 a viele jüngere Amoraim Vorkommen, die noch das Fortbestehen des Kidusch Hachodesch voraussexer. z. B. R. Nachm an b: Ehasda rm «isn דדריש ר' גחמן בה, R. Sera und Huna b. Ab in, der ein Stück Kalendergeheimni entdeckte. Ebenso wissen wir dies