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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 7 · p. Seite 283

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7
Article
Leitfaden für den israelitischen Confirmanden-Unterricht. Von G. Süskind, Bezirksrabbiner. Wiesbaden 1855.
Date
1857-01-01
Page
Seite 283 (sequence 3)
Language
German
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Necensionen und Anzeigen. 283 Göttlichkeit, und wenn sie nie einer als göttlich erkannt hätte, so wäre sie es nichts desto weniger. Es ist also kein innerer Grund, wie 3lecenfent meint. Aber NecensenL sagt, ״besonders der erste" sei ein innerer Grund. Wir würden an des Necensenten Stelle gesagt Haben: das ist gar kein Grund. ״Weil Gott mit Mose im Angesicht von ganz Israel gesprochen, darum ist die dem Mose geoffenbarte Lehre göttlich" — das ist eine Tautologie. Necenfent rügt weiter, daß unter den inneren Gründen nur einer angeführt sei; es gibt aber auch nur einen: die Wahrheit derselben; und die Folgerungen daraus, daß sie den Gläubigen erheben und im Unglücke trösten. Vers, hat dies in anderen Worten ausgedrückt, Necensent wird keinen andern zu nennen wissen. Wenn der Vers, unter die Veranstaltungen, welche Gott zur Erhaltung der göttlichen Lehre getroffen, das Prophetenthum und die mündliche Lehre zahlt, so ist der Vorwurf des Necensenten ungerecht, daß der Vers, die mündliche Lehre nennt, ohne daß der Gegensatz der schriftlichen Lehre erwähnt worden. Es ist höchstens eine Ungenauigkeit im Ausdruck, die im Unterricht sicher, von jedem Lehrer verbessert wird. Auf die Fr. 30, wie wir uns gegen unsere Mitmenschen rückfichtlich ihrer leiblichen Güter verhalten sollen, folgt die Antwort: ״wir sotten sie so behandeln, wie wir wollen, daß sie uns behandeln." -Necensent bemerkt, es fehle die Quellenangabe Lucas 6, 31. Jüdisch laute der Spruch: was dir zuwider ist, das thue deinem Freunde nicht. Das sei etwas Anderes und Besseres. Anders ist es, aber besser — schwerlich. Und warum ist es anders, und nicht besser, sondern schlechter? Weil NecensenL לחברך falsch übersetzt; es heißt ״deinem Nächsten"; denn eben auch am Feinde sollen wir uns nicht rächen. Wenn-Necens. bei seiner Uebersetzung an die erste Erklärung Naschi's gedacht, so würde hierher dieser Satz gar nicht passen. Mein der Verfasser hat mit vollem Rechte den negativen Satz Hillel's in einen bejahenden ׳.verwandelt; denn in einem systematischen Lehrgebäude müssen negative Sätze vermieden werden. Das Gebet wäre besser von den Ceremonien getrennt worden, worin wir mit dem Necens. übereinstimmen. Die Bibelstellen über Zizit, Tefillin, das ־־ Verbot von Zerrissenem, von Unschlitt und Blut, von den verbotenen Thieren, von dem Verbot das Böckchen in der Milch seiner Mutter zu kochen, sind beigefügt. Als die wichtigsten Ceremonialgebote sind angeführt das Gebet und die Feier der Festtage. Die Bibelstellen sind angeführt, welche verbieten am Pessach Gesäuertes zu essen, am Sukkot in Hütten zu wohnen und die ד׳ מיגים zu ergreifen. Bei den Festen hätte der Vers, im Texte nicht nur den Zweck, sondern auch die Arten der Feier und die damit verbundenen Gebote, als ,איסור חמץ, מצה, הגדר., ד׳ מינים, סובח, שופר angeben sollen. Hierher und auf die sämmtlichen übrigen im Texte nicht angeführten Ceremonien ist wohl die Bemerkung in der Vorrede zu beziehen, daß unter den angeführten Bibelversen einzelne eine nothwendige Ergänzung des Textes bilden. Als Zweck der Ceremonien wird neben der inneren Heiligung mit vollem Rechte auch die Er- Haltung der religiösen Selbstständigkeit angeführt. Wir haben diesen Zweck unsres Wissens in keinem Lehrbuche noch erwähnt gesehen. Da^der Verfasser die nachbiblischen Feste Zugleich mit den biblischen aufzählt, ist W'ch die Kürze eines solchen Büchleins erklärlich. Auf Seite A4 aber hätte Vers, sich deutlicher ausdrücken sollen, welches die heiligen Pflichten sind, wegen deren die

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