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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 7 · p. Seite 258

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7
Article
Briefe aus Süddeutschland
Date
1857-01-01
Page
Seite 258 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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258 Briefe aus Süddeutschland. Auch das Elementarschulwesen ist. dem christlichen -ganz gleich,und durch rin Gesetz vom Jahre 1838 geregelt. Hiernach steht der Rabbiner an der Spitze der Ortsschulcommission. In Meisenheim besteht eine vom Staate beaufsichtigte jüdische Elementarschule; auf dem Lande sind die jüdischen Kinder mit Ausnahme des Religionsunterrichts, den sie von häufig wechselnden Lehrern empfangen, zum Besuche der Gemeindeschule verpflichtet. — Gesetzlich hat jede Confession, also auch die jüdische, die für sie bestehende. Schule zu dotircn. Da nun zwei christliche Lehrer in.Meisenheim von der Stadtkasse Subvention erhielten, glaubte auch der jüdische Lehrer zu einer solchen sich berechtigt, wurde aber nach dem dahin einschläglichen Gesuche sowohl von der Stadt als auch von der Regierung abschläglich beschieden, obgleich von letzterer die Billigkeit der Forderung.anerkannt wurde. Bevor wir nun zur Darstellung, des cultuellen und religiösen Lebens unserer dortigen Glaubensgenossen schreiten, wollen wir einiges Geschichtliche, namentlich mit Bezug auf die Juden im Oberamte Meisenheim, vorausschicken. Meisenheim gehörte früher dem Pfalzgrafen von Zweibrücken. Pfalzgraf Wolsgang, der Stammvater der. jetzigen Dynastie in Bayern, der um die Mitte des 17. Jahrhunderts lebte, und dessen Gebeine noch in Meisenheim ruhen, hatte den Aufenthalt der Juden in seinem Gebiete verboten. Es befindet sich auch aus dem dortigen Friedhofe kein Grabstein, der älter als 120 Jahre wäre. •— Noch im Beginn dieses Jahrhunderts war die dortige Gemeinde sehr unbedeutend; man.behalf sich mit einem Miethslocale zur Abhaltung des Gottesdienstes.. Erst im I. 1809 wurde dort die erste Synagoge erbaut, und. wie es in dem frommen Deutschland allgemein üblich war.. .. מחוץ. — Die Gemeinde hat gegenwärtig 45 selbstständige Mitglieder, die aber erst in diesem Jahrhundert nach und nach «ingewandert sind, während aus früherer Zeit, nur noch zwei Stammsamilien dort leben; die meisten der jetzigen Gememdemitglieder sind auS dem am Fuße des Hundsrückms liegenden Orte Hundsbach, wo früher eine ansehnliche Gemeinde mit einer großen Synagoge, sich, bc- .fand, aus welchem Orte sie sich, jedoch wegen, der Plackereien des berüchtigten Räuberanführers, des sogenannten Schinderhannes,, der besonders die Juden dortiger Umgegend brandschatzte, auszuwandern genöthigt. sahen. — Von den Juden in den zu Meisenheim gehörenden Ortschaften wandern seit 10 Jahren viele nach Amerika, so daß. jetzt drei Synagogen.völlig verwaist find. — Von Homburg wissen wir Mr, daß es im vorigen Jahrhundert eine bedeutende hebräische Drukkerei.und eine ansehnliche Gemeinde besaß. — Gehen wir. nun zur

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