Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Danzig
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
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248 Zur Geschichte der Juden in Danzig. festgesetzt wird, daß Nichtmitglieder, welche den Bestimmungen des Vereinsvvrstandes zuwiderhandeln, von diesem und vom Gemeindevorstande gemeinschaftlich gestraft werden sollen. Aus den Eingangsworten der Verhandlung der Gesellschaft vom Jahre 1742 (קודם פסח ת׳ק׳ב) könnte man vermuthen, daß eine Ausweisung oder sonstiges Leiden die Gemeinde betroffen haben müsse. Es heißt da: בהיות שזה כמה שנים תשכח תוקף החק מכה שנחמוטט רגלי מעמד מצב הישוב מהסדר, נכון. וכעת התעצמו והתחזקו האלופי הערה וכי(*. , Da sich aber ein Verzeichniß der Mitglieder, Rechnungsablagen und sonstigen Notizen aus den Jahren 1729, 1731, 1733, 1739, 1740 und 1745, und wahrscheinlich auch aus einigen dazwischen liegenden Jahren, bei welchen nur die Jahreszahl hinzuzufügen vergessen wurde, vorfinden, so ist nicht anzunehmen, daß das Bestehen der Gemeinde von dieser Zeit an jemals gefährdet oder gar gänzlich unterbrochen gewesen wäre. Im I. 1749 wird ein angrenzendes Grundstück zur Vergrößerung des Friedhofs acquirirt, worüber der Kaufbrief und Quittung über 150 Fl. sich in polnischer Sprache vorfinden. Aus Notizen über Mitglieder der Gesellschaft sowie über Sterbefälle geht hervor, daß Weinberg und Langfuhr schon als besondere jüdische Gemeinden bestanden. Mattenbuden wird nur einmal in folgender, an sich interessanten Notiz erwähnt: ביום נ' בלילה זיינין. שלשה אנשים קודש אשד נקבו בשמות מהר צבי הירש בן הקדוש מיה אברהם סגל הורווייץ מסלוצקם, מיה יונה בן מהי מרדכי טסלוצקס, מהי ליב בן מהי אפרים טסלוצקם על המאטיבודן אין גאלדנן רינק ע״פ סיבה גדולה מאת המקום נפטר גיווארדץ ונקברו פה האפן ברוך יום ה׳ כ״ה שכט תיקיה ע״פ גבאים(**. Die genannten drei Männer sind durch Kohlendampf erstickt und haben, was sonst nicht leicht vorkommt, einen gemeinschastlichen Leichenstei» erhalten. Dagegen findet sich in diesem Buche von Juden in Danzig vor dem Jahre 1791 keine Erwähnung. Es scheint daher, daß seit 1723 kein Jude in der Stadt gewohnt *) ״Durch mehrere Jahre ist das Wesen der Ehebra Kadischä (Beerdigungsverein) in Vergessenheit gerathen, da die Füße des Bestehens der Gemeinde wankten. Es haben nun die Vorsteher sich aufgemacht u. s. w." **) ״Am Dienstag in der Nacht seien drei heilige Männer, die hier bcnannt werde» (folgen btc Namen), in Mattenbuden im goldnen Ring durch ein großes Ereigniß von Gott abgerufen und Hier in Hoppenbruch begraben worden. Donnerstag 25. Schebat 505 (1745) im Auftrag der Vorsteher." Die Notiz ist abgefaßt in schlechtem Hebräisch, untermischt mit schlechtem Deutsch.