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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 6 · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1857-01-01
Page
Seite 232 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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232 Recensionen und Anzeigen. verstanden wird. Den deutlichsten Beweis liefert Synhedr. 903.. wo das ה״כ!- in der Mischna Gemara durch erklärt wird הוא כפר בתה״ם וכו׳. Daß aber der Talmud mit עה״ב die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele ausdrückt, geht ans den Worten Rab'S hervor ׳ נכו׳w עה״ב אץ בו לא אכילה ולא. (Vcrgl. auch Dr. Beer in der Zeitschr. f. d. relig. Inter, des Judenth. S. 189.) Auch dürste das Zeugniß der Apostelgeschichte, daß die Sadduc. die Auferstehung, das Dasein von Engeln und Geistern läugnen, nicht so leicht hin verworfen werden, da die Abfasser den Sadducäern nahe genug standen, um dies zu wissen, wenn auch die Läugnnug der Engel sich nur auf die ausgedehnte Engellehre beziehen kann, da die Existenz von Engeln im Allgemeinen aus dem Buchstaben der Schrift sich ergibt. — Sehr richtig bemerkt der Herr Bcrf. S. 512, daß die religiöse Differenz der Sadduc. erst nach dem Makkabäerkriege zur Erscheinung kommt; unrichtig ist aber, der Schluß, ״daß die brutalen Angriffe der Hellenisten und des Syrerkönigs auf das Judenthum den Pharisäismus hervorgerufen, und das spätere maßlose Umsichgreifen des Pharisäismus erst den Saddncäismus als Opposition erzeugt Hätte." Es ist vielmehr sonnenklar, daß der Pharisäismus gar keine Partei war, sondern die naturwüchsige Ausbildung des MosesthumS zum Judenthume in .den nachexilischen Zeiten, dessen Spuren schon am Propheten Ehaggai 2, ' 12—14 sichtbar sind, und daß nur der Name ״Perilfchim" später entstand und gleich Chaberim einen Gegensatz zu ע״ה ausdrückte. Die Sadduc. aber bildeten sich erst aus dem Hellenismus heraus, indem sie eine Form des Judenthums ««nahmen, um in den Staatsverband zu treten, wie wir zu allen Zeiten eine niedergeschlagene Opposition in Staat oder Kirche unter äußerer Anlehnung an die bestehende Form sich erhalten sehen. Daß durch die Reibungen der Hellenisten der Pharisäismus an Strenge zugenommen haben mochte, ist wahrscheinlich, nicht aber, daß er dem Volke so ungewohnt war, um aus dem Schpoße desselben ein Schisma zu erzeugen. Im klebrigen thut der Herr Vers, dem Jos. Unrecht, wenn er dessen Worte D. j. I, 5. 2 xou<; vö^ou; axpißsarspov acp’/jYsia'ä'a!. so deutet, als ob er die Pharis. sich rühmen läßt, die Gesetze mit größerer Strenge zu beobachten, und in diesem Mehrleisten das treffende Charakteristicum der Pharis. findet. Es heißt vielmehr, daß sie die Gesetze genauer, richtiger auslegten, d. h. die Tradition anerkannten, wie Antig. 17, 2 deutlich zu ersehen. Je weniger wir aber dem Vers, in Betreff der Entstehung und des Charakters der Sadd. beiznstimmen vermögen, desto ansprechender erscheint seine lichtvolle und ausführliche Auseinandersetzung der. Dis-

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