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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 6 · p. Seite 230

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1857-01-01
Page
Seite 230 (sequence 5)
Language
German
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230 Recensionen und Anzeigen. Haupt einer gläubigern Gegenpartei bilde? 2) Ist denn diese Erscheinung, daß im Angesichte des siebenfach überlegenen, wohlgeordneten und tapfern feindlichen Heeres Juda's Mannschaft bis auf 800 den Muth verloren, nicht höchst einfach? Und ist dieser Midr. mit seiner wun- 'derlichen Erzählung größere Autorität als Josephus? 3) Sagt denn dieser Midr., daß diese Differenz damals entstanden, und ist denn irgendwie von Juda die Rede? 4) War es ja gar keine Differenz, da der Hasmonäer dem Jochanan Recht gibt. Endlich bleibt trotz der Veränderung des Matath. in Jochan. das Referat des Midrasch höchst sonderbar, da dieser Jochan. selbst ein Hasmonäer war. Denn in dem ganzen Stücke S: 137—140 wird er Jochanan ben Mathatias genannt, also daß er Jochanan, Bruder des Juda gewesen wäre, und geht dies aus der Erzählung S. 137—38 deutlich hervor; obenein wird er noch mit dem unhistorischen. Zusatze beigenannt. Der ganze Midrasch ist sicher ein spätes Phantasiestück, gezimmert aus verschiedenen Sagen und geschmückt mit Dialogen, mit einer Reminiscenz aus Pseudo- Jonathan zu Gen. 40, 23. Es ist daher unbegreiflich, wie ein so scharfsichtiger Kritiker dies eine Geschichtsquelle nennen und daraus Geschichte und Erklärung der.Secten basiren konnte, da in den wirklichen Geschichtsquellen, Talmud und Josephus, nicht die leiseste Spur von jener erträumten Diffension zu ׳finden׳ist. : Jos. (antig. 13, 9) behauptet zwar, daß die Effäer noch in ausgedehnterem Sinne als die Pharisäer an der göttlichen Vorherbestimmung hielten; aber daß man darum keine Bündnisse schließen und keine auswärtige Hülfe annehmen dürfe, geht eben so wenig daraus hervor, als daß . man aus Fatalismus jede Selbstthätigkeit vermeiden müsse. Und wegen dieses corrupten Midrasch muß' man das Factum erfinden, daß Juda die Hülfe der Parther angespröchen, und müssen die Peruschim ״die Naivgläübigen" und die Sadduc. ״die Staatsweisen" heißen, denen als ״in Kämpfen hervorragenden und ergraueten Kriegern die pharisäische Anschauung kindisch erscheinen mußte!" Daß übrigens die sadducäischen Feldherren von den Hasmonäern als hervorragend in den makkab. Kämpfen vor den Pharisäern geachtet wurden, ist aus den angeführten Stellen Joseph. Alterth. 13, 16. 2 und jüd. Krieg I, 5, 3 durchaus nicht zu ersehen. Wohl werden später tapfere sadduc. Krieger erwähnt, aber auch da nicht vorzugsweise vor den Pharisäern. Weshalb findet es aber der Herr Vers, undenkbar, daß die Sadd. die Vorsehung überhaupt läugneten? Uns ist dies sehr wahrscheinlich, wenn man den Ursprung der Sadd. nicht wie Herr Dr. Grätz in politischen Verhältnissen, sondern in dem Einflüsse des Hellenismus auf

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