Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 3)
- Language
- German
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228 Recensionen und Anzeigen. Herpriester, der mit Hülfe der. Feindesmacht sich aufdrängt, das Volk nicht zum Widerstande aufstacheln? Und in der That, sobald Inda gefallen war, Bakchidcs mit Hceresmacht das Volk niederhielt - Und die Treuen verfolgte, und überdies (das. 9, 24) eine Hungersnoth das Land verheerte, da begann Alkim wirklich damit, daß er die Scheidewand im Tempelvorhof zwischen Juden und Heiden niederreißen lassen wollte, , als der Tod ihn hknwegraffte. Wenn daher der Herr Verfasser S. 16 Alkim nur als ehrgeizig, Menelaos aber als principiellen Feind des Judenthums schildert, so wissen wir nicht, worauf das Urtheil beruht. Menelaos wollte eben auch nur (durch seine Gräcomanie zuM Hohenpriefterthum gelangen,- und Alkim scheute diese ebensowenig wie Menel., um seinem Herrn zu schmeicheln. Nicht also die scheinbar errungene Religionsfreiheit machte das Volk erschlaffen, nichtdifserirende Ansichten traten zwischen Jonath. und das Volk;! sondern die-natürliche Entmuthigung nach dem Falle des Helden, die Anwesenheit des fiegestrunkenen, feindlichen Heeres im Lande, dazu die Hungersnoth machten trotz der Erbitterung des Volkes einen sofortigen Angriff unmöglich, und war es genug, daß ein kleiner Rest unter Jonath. defensiv widerstand. Wenn ferner der Vers, meint, es hätte nach Juda's Fall eine Autorität gefehlt, welche die Kräfte des Volkes vereinigte, indem die Hasmonäer eben auch nur als eine Partei galtenwelcher die Assidäer entgegenstanden, so fehlt dieser Vermuthung die Begründung, da aus 1. Makkab. 9, 28—30 durchaus nicht ersichtlich ist, daß nach Juda's Fall der Hasmonäer Anhang sich verminderte. Vielmehr schaarteN sie sich um Jonathan, so gut her Druck des anwesenden Bakchides es zuließ, um sich defensiv zu Verhalten, bis das Glück ihnen Gelegenheit zum Handeln bieten würde. Doch bevor wir die Quelle, aus welcher der Vers, seine Vermuthung von einer Dissension der Assidäer gegen die Hasmonäer herleitet, beleuchten, wollen wir auf des Verfassers Auffassung und Darstellung des Trihäresion in Note 10 näher eingehen, auf welcher Vieles in diesem Abschnitte beruht. Mit Gründlichkeit berichtigt der Vers vorerst die in hellenische Formen gekleidete Darstellung des Jos. in Betreff der Pharisäer, namentlich die zum Mißverstände verleitende slch«gstsvrz dahin, daß die Pharisäer das Schicksal der Menschen als göttliche Bestimmung, dagegen deren religiös - sittliche Handlungen als Ausfluß ihres freien Willens ansahen nach dem Spruche הכל בידי שטים חוץ מיראת שמים, während die Sadducäer keinen Einfluß der Vorsehung auf das Schicksal der Menschen anerkennen (Jos. ant. 18, .2). Dagegen leitet den Herrn Vers seine Lieblingsidee irre, den-re-