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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 6 · p. Seite 227

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1857-01-01
Page
Seite 227 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Recensionen und Anzeigen. 227 und in die kleinsten Verhältnisse des Lebens gefunden hat, wenn sie sich auch nur passiv haben bewähren können. Was nun die Aufsuchung und Verarbeitung des GeschichtSstvffes betrifft, so hatte der Verf. ein sehr schwieriges Feld, namentlich in Bezug auf die Darstellung der. Secten, ihres Ursprungs und ihres Verhält-- nisses zu einander, so wie auf viele Einzelheiten, die in der Geschichte dieses Zeitraumes mehr combinirt als gefunden werden konnten, und ist seine gründliche Kenntnis und geschickte Handhabung der Quellen, namentlich die Hervorhebung der jüdischen, sehr anzuerkennen. Nur hätte der Herr Verf. streng Facta von Kombination trennen und nicht in den Text als ausgemachte Geschichte aufnehmen sollen, was noch sehr dem Zweifel unterliegt und der Begründung ermangelt. Indem wir nun noch unter den Vorzügen des Werkes besonders den hervorheben, daß es,vom Geiste wahrhafter Würdigung und Durchdringung des Judenthums gehoben und getragen ist, gehen wir an die Besprechung des Einzelnen. Der Vers, weicht nicht selten von der natürlichen Erklärung eines Faktums ab, um eine vorgefaßte Ansicht scharfsinnig zu unterstützen. So heißt es S. 3 :— um die nach Juda's Fall schwache,Fortsetzung des Widerstandes zu. erklären — ״daß das Volk erschlaffte, weil die Hauptbeschwerde, der Zwang zur Gottesverläugnung, aufgehört, der Sieg gewissermaßen errungen und befestigt war, indem der Vertrag des Juda mit Antioch. Eupator die Religionsfreiheit sicherte, und das Volk die fernher drohende Gefahr zu erkennen nicht den Scharfblick hatte, und daher gern aus die übergroße Anstrengung der Erschlaffung sich hingab." Hier vergißt aber der Herr Vers, daß die Feindseligkeit des Demetr. gegen die Juden, von den Hellenisten eifrig benutzt, eben diesen Vertrag offenbar gefährdete, und daß die Einsetzung des Alkim zum Hohenpriester diese Gefahr noch drohender erscheinen ließ. Freilich behauptet der Vers, dass Alkim, sehr verschieden von Menelaos, nicht so wohl ein Religionsfeind, als ein Ehrgeiziger war, der sich mit seiner Befestigung im Priesteramte durch Demetr. begnügt haben würde. Aber den Beweis dafür ist er uns schuldig geblieben. 1. Maccabäer 7, 5 heißt es: ״Es kamen zu ihm (zu Demetrius) viele Gottlose und Abtrünnige, und war der vornehmste unter ihnen Alkimos", und das. 9: ״lind schickte mit ihm (dem Bäkchides) den abtrünnigen Alkimos." Wenn nun Alkim nicht sofort mit dem Umstürze begann, so war das in den Umständen bedingt, indem er sich seine Stellung erst erstreiten mußte und ihm auch daran lag, die Schwachen sich zu ge- Winnen; doch war seine Gesinnung bekannt. Wie sollte auch ein Ho-

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