Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Briefe aus Österreich
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 5)
- Language
- German
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218 Briefe aus Oesterreich. nicht so-zerklüftet', wie m manchen jüdischen Gemeinden Deutschlands/ wo״ Parteien״ sich-schroffgegenüberstehen- und dein einigen-Gotte Hei- - ligthümer geweiht ׳werden,-, die Nus -der- Zwietracht' hervorgehcn. "״ - Von der Synagoge gehe "iH, wieder-'zurück zur Schule-/' und -ich habe Ihnen'das Erfreuliche-'zu׳, melden >״ daß'׳ diezu ׳-Schulzwecken-'-bestimmten--Contributionsgelder! bereits theikweise ihrer' Bestimmung -ziigeführt werden. ׳ In Pesth Nämlich ״wird eine vierclassige jüdische Volksschule errichtet, wo die Kosten -von jenem---gegründeten' Schülfönd״ destritten werden.. Während״ man "in!Wim-sich aus allen Kräften gegen jüdische Volksschulen! verwahrt, ״und - eben jetzt - eine-Immediateingabe an Se. Majestät den Kaiser vorbereitet,- hat 'inan in Pesth diesen Erlast der Regierung-freudig--begrüßt. ״ Allerdings-darf man nicht außer Acht lassen,! -daß die Verhältnisse in Pesth und in Wien' Nicht - gleich sind- Man scheut in Wien nicht die Kosten, die die -Schule verursachen-würde, man - hat ״auch dort wieda die lleberzeugüng, daß" eine -jüdische Schule in jeder Beziehung lwffer -sein - werde;- aber ״die"socialen Verhältniffe Wiens-sind.-von jeher -anders gewesen-' als-die-׳'in" Pesth. Pesth" hat stets mehrdas Gepräge einer Kehilla att sich -'-getragen-, als Wien.- Während daher in Wien das sociale Element angegriffen wird / und man!-.'gewiffermaßcn -von außen״Wien eine' Kehilla octroyiren "will. -geschieht! dies in Pesth nicht. '--"-׳״ ׳"Ich. -kann׳ auch bei dieser Gelegenheit״nicht unterlassen.- einen-Seitenblick zu werfen. Bekanntlich gibt es in Ungarn eine große Anzahl von- Protestanten. - Bis zum- Jahre 1848- ׳ waren die Verhältnisse dieser Confession sehr günstig in diesem Kroniande^ - Ans den Landtagen wurden sie durch -eminente'-Talentevertreten. Hierzu kam > noch, "daß diesei-"verstorbene- Erzherzogin ״Dorothea.- Gemahlin des Palatin Joseph. Protestantin war- und--ihre Glaubensgenossen sehr beschützte. ״ Seit dem Abschlüsse des Eoneördates drohen die Verhältnisse״-dieser Confessiön״ ׳sich' anders zu geitalten. Die Negierung unterhandelt eben mit der״ evangelischen Synode, ״׳und ׳ wie-Sieaus'den Verhandlungen, die die Journale bringen, -entnehmen können, haben diese nicht in erfreulicher Weise. begonnen״! -Mit - uns- Juden - -hat' man bisher-nicht- > unterhändelt. Es!-ist auch keine"Aussicht, -daß man '-mit-uns verhändeln-'werd'c. Wözu auch? -den -Juden gibt ״man -Decrcte--nnd'-die -Sacheist-abgcthan. --Beffer jedoch ist - es,--'wo-die Regierung - decretirt. ddr--man-einen -minder nnbefangenen Blick zutraut, als wenn die Geistlichkeit einer ändern Eonfession für״un's Decrete״׳erlKßt״- Wie' das Cöncordat das- Vcthältniß der-Volks- und Mittelschulen -regelt, so ist dies keinesfalls günstig-für UNS" Juden; Es! wäre daher Pflichk der Juden die Initiativezu er-