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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 6 · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6
Article
Briefe aus Österreich
Date
1857-01-01
Page
Seite 217 (sequence 4)
Language
German
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217 Briefe aus Oesterreich. etwas Besseres liegt. Es ist dieses einmal ein echt jüdischer Zug, daß jeder Schein, von Hierarchie gehaßt wird, und wurde derselben von vornherein dadurch die Spitze gebrochendaß man nie auf die Persönlichkejt,- und, wäre sie noch so groß gewesen , Rückficht genommen hat soydexn, auf- -die5Sache;-; und derselbe Jude, - der mit kritischem Messer alles uud jedes zerlegt und sich sogar. an Moses und die Propheten wagt, derselbe Jude fügt sich oft den Aussprüchen des letzten אחרון, wenn-sie nach seiner Meinung eine Berechtigung für sich haben. -Mit eipem Worte, die, Lehr- und Lermreiheit unter den Juden und im JudenthNW zeigt, daß die,Sache darunter nicht leidet und das Kernhafte und Feste hüben und-drüben gehalten wird. Ist einmal die Uebergangspcriodc in der wir uns im Allgemeinen befinden vorüber,׳ daun werden die Dinge auch anders, werden. Diese Uebergangsperiode aber ist,die Zeit der tiefen Noth. - r Es -ist! keine Frage, daß, unsere Verhältnisse in einem Jahrzehnt eine andere Gestalt-Haben werden. Es gilt dies aber noch in weit größerem Maße von Ungarn. Wer das Land nicht kennt, kann sich keinen Begriff pon-den dortigen Zuständen machen. Es gibt Gegenden dje zu ,gewissem Jahreszeiten ganz nnwegbar sind, fo daß Saite, die blos einige Meilen von einander entfernt sind, sich erst nach langen Zwischenräumen sehen. Daher kam es, daß vor dem Jahr« 1848 der Ungar in mancher Beziehung eine absonderliche Rolle spielte. Es ist bekannt, daß man sich auf Kosten des Ungars gar oft lustig machte- und, noch!-jetzt! brauchen die ״fliegenden Blätter" manchmal den Ungar als Zielscheibe des Spottes. Je mehr für Communicationsmittel gesprgt Wird, je mehr die Länder aneinanderrücken, desto׳ mehr werden diese Absonderlichkeiten schwinden, und dieses wird, auch nicht ohne Erfolg für die jüdisch-religiösen Verhältnisse sein. Ist einmal die Zeit gekommen, wo eine edlere, bessere Bildung die Schichten der Bevölkerung durchdringt, hat eine geläuterte Erkenntlich die Gemüther erfaß!, dann wird auch der Stand der Volkslehrer und Rabbiner ein besserer nach innen und nach außen werden: , Hoffenwir,! - daß dann auch die unglückseligen Synagogenstreitigkeilen wenn , auch nicht ein ,Ende nehmen, doch vieles von ihrer Schroffheit, und-,Herbheit verlieren werden. , Jeder wird die Synagoge als die geweihte -Heilige- Stätte betrachten, und alles was profan und gemein ist wird von ihr entfernt werden., Es kann sich dann nicht mehr darum handeln, ob dieser-oder jener Pijut gesagt oder nichtgesagt wird u. s. w., . sondern man -wird sich fragen , ob das Eine oder das Andere erhebt und erbaut. Noch sind bei uns Gott Lob die Verhältnisse

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