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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 6 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6
Article
Briefe aus Österreich
Date
1857-01-01
Page
Seite 216 (sequence 3)
Language
German
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216 Briefe aus Oesterreich. keitm zu besprechen wird, das läßt!man ruhig hingehend Der Altar des Herrn, der Frieden stiften soll-- wird ׳durch die ׳Verkehrtheit nienschlicher Verhältnisse zun! Boden, auf welchem die Drachcnzähne des Hasses aufschießcu.!.׳:!; :■!•■■■:> ■: ׳׳ u;׳׳:׳;:! ׳:׳ ׳״׳ Fragen Sie aber, was ׳ macht unter solchen. ״BechältniffeN ^der Rabbiner? so sage ich I»ine Hlae lacrimac. Die Forderungen, die man an einen Rabbmer stellt!, sind außergewöhnlich.! Er soll'!!קויש מרדום sein, das Meer des Talmuds bis aus den untersten -Grund er-- forscht haben, den ersten wie den letzten Erklärer vollkommen inne.haben, Bibelkenutniß u. s. w. versteht sich von selbst. Er soll aber auch über den deutschen Sprachschatz verfügen a La Gebrüder Grimm, cin Styl- Meister wie Lessing re. re. Dann sorgt die Gemeinde dafür, daß er keine!-18רם ממם kennen soll. Und wenn der Rabbiner das alles ist, dann ist er der 2!-״MV"!der Gemeinde. Nicht deren geistliches Ober- Haupt, ihr Diener soll'er sein- und manchmal leider! drängen ihn die Verhältnisse dazu.. Der Hunger ist ein gar arger Patron. - Ich erlaube mir> Ihnen in dieser Beziehung eine wahre Anekdote mitzutheilen, die den ganzen Jammer dieser Zustände bezeichnet. Zn einem Orte lebte ein!Rabbiner, der sich des Rufes erfreuete, er sei ein wohlhabender Mann. Gut unterrichtete Leute behaupteten zwar, die Gebrüder Rothschild hätten über ein größeres Vermögen zu verfügen. Ein Gemeindemitglied, das als nicht sehr! bemittelt bekannt war, schickte dein Rabbittet: zu Purim u. s. w. eine kleine Gabe. Der Sohn dieses Gemeindemitgliedes machte dem Vater einmal Vorstellungen׳ dagegen, es sei! doch unnütz einem wohlhabenden Manne eine unbedeutende Gabe zukommcn zu lassen.!Der Vater antwortete: ״Wohl weiß ich dieses! doch der Rabbiner soll wissen/ daß er Meschubed und ich - >,Baalbos" bin. --- Was nun gar die Predigt betrifft, so hält sich Jeder,׳bewußt öder unbewußt an La Bruyöre, welcher sagt: ״Es besteht ein.׳stillschweigender Contract zwifcheu Prediger und Publikum, daß jener nicht erbauen will und dieses sich nicht will erbauen lassen. Der Eine! will Lmüsiren und das Publikum ׳ will amüsirt sein-"!Wie nach der Aufführung eines neuen.!Stückes kann!mandaher das-׳ jüdische Publicum, wenn die Predigt beendigt ist, kritisiren hören. So!sind beiläufig die Verhältnisse,-: und zwar ׳.אפס קצהו. Jeder, der die ungarisch-jüdischen Verhältnisse kennt, wird zugeben, daß ich nicht im Entferntestenübertreibe; ichkönnte noch ganz andere Dinge hervorholen, wollte ich etwas tiefer greifen. - Und doch! so ׳ trübselig auch die Dinge sind, so sehr sie jedes bessere Gefühl!: verletzen: so ist nicht zu leugnen, daß auch in dieser Verkehrtheit und Verfchrobenheii

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