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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 5 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 5
Article
Briefe aus Wien
Date
1857-01-01
Page
Seite 180 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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180 Briese aus Wien. nur dann vollkommen gut werden, wenn das Haus und die Häuslichfeit das ihrige beitragen werden. Nächstens werden die Concurse für die zu besetzenden Lehrerstellen an der neücreirten Hökern Handelsschule ausgeschrieben. Bekanntlich haben die vorzüglichsten hiesigen jüdischen Großhandlungshäuser, die sich mit bedeutenden Gaben dabei betheiligt, die.Bedingung gestellt, daß jüdische Lehrer von der Coneurrenz nicht ausgeschlossen werden dürfen. Es wäre daher zu wünschen, daß Männer von Fach und Berus, die die betreffenden Posten ehrenhast ausfüllen können, sich um die Stellen bewerben, die, wie man hört, gut dotirt werden sollen. Die KönigSberg'sche Stiftung von 200,006 Fl. zur Gründung einer israelitischen Mädchenschule sammt Pensionat, in welchen! arme Mädchen umsonst Unterkommen finden sollen und überdies? beim Austritte noch 250 Fl. erhalten, dürste wohl nicht so bald in's Leben gerufen werden. Die Erben haben einen Proceß begonnen, und obschon die Entscheidung nach der Meinung sachverständiger Männer ohne allen Zweifel zu Gunsten der Gemeinde ausfallen wird, so bleibt es doch immerhin ein.Proeeß. Die betreffenden Rechtsanwälte werden wenig Grund haben die Sache zu beschleunigen, und die Gemeinde, der diese Erbschaft zugedacht ist, kann nicht intervenirend eingreifen, da ihr bis jetzt kein Recht darauf zusteht. Erlauben Sie mir zum Schluffe eine, wenn ich nicht irre, vorgefaßte Meinung zu berichtigen. In den Briefen aus Süddeutschland III. wird von einen! ״Sonntagsgottesdienst für Handwerker a la Wien" gesprochen. Es scheint, daß über den kiesigen Sonntagsgottesdienst für die Lehrlinge.eigenthümliche Vorurtheile herrschen, und ich halte es daher für nothwendig, dieselben zu widerlegen. Es befinden sich hier zwischen 400—.500 jüdische Handwerkslebrlinge, denen die betreffenden Lehrkerren während der Woche durchaus nicht gestatten, sich in anderen als in ihren Angelegenheiten vorn Hause zu entfernen. Diese Kinder find, nun .von Juden mnd. Judenth.um ganz entfernt, und es. fragte sich also ein Band zu suchen, um diese Lehrlinge mit.dem. Judenthume zu verbinden,-und man Hand dieses, indem man denGottesdieust für dieselben einrichtete.^. Und allerdings zeigt sich der Gottesdienst von , wohlthätigeren Folgen als der bloße! Religionsunterrichte, Schon die Oertlichkeit,, das Gotteshaus, ..übt auf das Kinder- ,, geuülth eine heilsame Wirkung aus.^ Der Gottesdienst wird Sonntag abgehalten, weil die Lehrlinge an diesem Tage Zeit haben. Der Gottesdienst selbst besteht aus׳ denr Minchagebet, zwei deutschen Liedern (auf die man allerdings von mancher Seite einen Werth legt, als wäre es

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