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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 5 · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 5
Article
Briefe aus Wien
Date
1857-01-01
Page
Seite 181 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Briese aus Wien. 181 מטבע שטבעו חכמים, da man keine Abwechselung gestatten will) und der Exhorte. Ich wüßte!licht, was da beanstandet werden könnte. Es werden übrigens auch in Prag deutsche Lieder gesungen. Ich frage nun jeden Unbefangenen, ob es besser wäre, wenn man dieses eine Band durchschneiden würde? — Daß es besser wäre, wenn die Handwerker Samstag kommen könnten, ist allerdings wahr, da dies aber nicht der Fall ist, so muß ein Wochentag das ersetzen^). Gelegentlich sei bemerkt, daß auch diesen Pesach die Sederfeier für die Lehrlinge stattfand. Herr Dr. Wolf hielt die Rede und präsidirte. Auch das Armeninstllnt veranstaltete eine Sederfeier, wie im vorigen Jahre, unter dem Vorsitze des genialen Obercantors Sulzer. . 3) Wir verkennen nicht die gute Absicht, müssen aber dennoch diese Einrichtung sehr beanstanden. Den jüd. Lehrlingen, denen am Sonntag statt am Sabbat der. Gottesdienst geboten wird, wird allmälig der Sonntag an die Stelle des Sabbats treten, und sie gelangen dahin, sich mit dem Gedanken vertrant zu machen, den Sabbat aus den Sonntag zu verlegen. Wer Sinn für den positiven historischen Glauben hat, kann eine-solche von Vorständen angebahnte Angewöhnung nur tief bedauern, muß hierin einen Mißgriff erkennen, von dem die große Verantwortlichkeit denu Glauben und der Gesammtheit gegenüber zurücthalten sollte. Es kann überhaupt nur Verstimmung und Mißbilligung Hervorrufen, daß die meisten sogenannten Vereine zur Heranbildung jüd. Jünglinge zu Handwerkern u. s. w. einen und zwar den wesentlichsten Theil ihrer Aufgabe verkennen. Juden sötten als Handwerker eine würdige Stellung in der Gesellschaft einnehmen, aber wohl nicht weniger auch als Juden. Diesen Letztern Punkt haben die meisten Vereine selten im Auge: sie wissen sich nicht wenig damit, jüd. Knaben in der Lehre bei einem christl. Meister untergebracht zu haben; gegen das so schwer wiegende relig. Moment vermeinen sie keine Verbindlichkeit zu haben. So läuft denn doch das Ganze zuletzt auf Emancipationsbestrebungen hinaus י— es soll dem Inden nicht Arbeitscheu vorgeworfen werden — und ist also nur ein sublimirter Egoismus, oder man verfolgt ״philanthropische Bestrebungen, nützliche Menscheu" zu bilden: von nützlichen Juden ist hier wie dort wenig die Rede; das Judenthum kann daher diesen Absichten nur ׳wenig Dank wissen. Ist dem Vorstande des jüd. Handwerkervereins in Wien in der That an der Erhaltung eines Neligionsfunkens in dem Herzen der 400 —500 Lehrlinge gelegen, so darf er ihn-nicht durch ״Sonntagsgottesdienst" verlöschen, sondern es ist seine Aufgabe, hinzuwirken, daß die Lehrherren die. Lehrlinge am Sabbat auf eine Stunde Zu dem für sie eingerichteten Gottesdienste entlassen. Wir behaupten mit ganzer Bestimmtheit, es werden die Lehrherren mit den seltensten Ausnahmen sich hierzu einverstanden erklären. D. N.

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