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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 5 · p. Seite 172

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 5
Article
Über den Opfercultus nach biblisch-talmudischer Auffassung
Date
1857-01-01
Page
Seite 172 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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172 Hefter den OpfercultuS, Indem wir aber von der Benutzung des Opferaltars zu Privat-Opfern (קרבן ירו<ד) absehen und nur das Gemeinde-Opfer (קרבן צבור) im Auge haben, so ist der vorgeschriebene Dienst in allen Theilen des Heiligthums ein stereotyper gewesen, nur mit dem Unterschiede, daß er am Tisch, Leuchter und Räucheraltar immer gleichartig war, während die Opfer mannigfacher Art waren, nach Verschiedenheit der religiösen Eigenschaft der Tage. Dies liegt aber^ganz in der Natur der Sache. Das materielle, politische und sociale Leben ist's eben, welches einer Mannigfaltigkeit in der Erscheinung unterworfen ist. Daher mußte derjenige Theil des Cultus, durch welchen Israel in seiner äußern, sichtbar in das Leben eingreifenden Seite bezeichnet werden soll, eine dem Leben adäquate Form annehmen, so daß gerade in der Abwechselung der Opfer die Vollendung des Bildes liegt. Wenn aber nach dem Gesagten das Heiligthum die hohe Bestimmung hatte, durch seine äußere Erscheinung die in der Bundesaufgabe Israels begründete Idee in großen lebendigen Schristzügen zu zeichnen und darzustellen, so mußten die genauesten und prägnantesten Bestimmungen in allen seinen Einrichtungen vorhanden sein; denn wie leicht konnte nicht durch das veränderte Zeichen eine Modificirung des durch dasselbe dargestellten Begriffes entstehen. Daher die vielfachen, minutiös scheinenden Regeln und Vorschriften, die besonders bei den Opfergesetzen eine umfangreiche, bis in's kleinste Detail sich ausdehnende Breite erlangt haben, und die strengen, angedrohten Strafen bei Uebertretung derselben. Und sind wir auch nicht geneigt, eine bis auf die äußerste Einrichtung sich erstreckende Symbolisirung des Heiligthums als fruchtbar und in Wahrheit begründet zu bezeichnen; oder die in mystischpoetischer Gestalt auftretende Anstcht Jehuda halevi'sft (Cusari ji. 2. § 26), nach welcher die detaillirte Organisation des Heiligthums mit dem!menschlichen Organismus zu vergleichen sei, daß erstere zur Aufnahme des für Israel bestimmten Offenbarungsgeistes eben so nothwendig sei, wie letzterer zur Manisestirung des ihm speciell zukommenden physischen Lebens, als Basis für eine ernste rationale Forschung auf diesem Gebiete zu empfehlen: so möchten wir jedoch erinnern an die Worte Maimonides' (in auch dadurch bezeichnet, daß sowohl er selbst (2. M- 30, 10) als das darauf dargebrachte Raucherwerk (30, 36) v'irnxi קז־ש (hochheilig) genannt werden. 4) Man vergleiche auch das. P. 1. § 99.

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