Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 11)
- Language
- German
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148 Wissenschaftliche Aussätze. Vers scharf tritt die Verschiedenheit im Gebrauche mancher Substantiva hervor Wod. 25—28 und 35—40 bei Bezeichnung der Materialien zum Zetttempel und dessen : Geräthschasten. Jonathan stimmt hier meist mit Jerusch, überein, was dafür - spricht daß die -von Ouk. gebrauchten Bezeichnungen, den Palästinensern weniger verständlich waren. Wir verweisen übrigens hier noch auf die bei Darstellung der Jonathän'schen 'Päräphrase angernerkten Eigenthümlichkeitem des paläst. Dialektes. Es lassen sich abernicht alle Glossen des Jerusch, unter bestimmte Rubriken bringen. Bemerken wir nur noch, daß Jerusch, da, wo er -an die Onkelos'sche Version eine Hagada knüpft, nicht immer zugleich an Ouk. seine Kritik übt/ und bei solchen Gelegenheiten sogar, was freilich höchst selten ist, einen Ausdruck des Onkel, braucht, den er an änderen Stellen verwirft. Ausfallend ist, daß Jeruschälmi eine tinmal gemachte Note an Parallelstellen wohl häufig, aber nicht immer wiederholt; auch ist hervorzuheben, daß sich zuweilen eine Glosse zu einer Stelle eines späteren Abschnittes findet, die füglich an der analogen früheren hätte bemerkt sein müssen, so Levit. -24, 20 חבר תשלומי׳ 131׳, während Exod.-21, 24 diese Bemerkung fehlt. Dies ׳ findet seine Erklärung, wenn man auf die wabrscheinliche Entstehung dieser Noten eingeht. Der Verfasser des Jerusch, hat, wie dargethan wurde, das -Targund Onkel, (und höchst wahrscheinlich für seine Vorträge) benutzt. 'Nun - war aber der palästinens.. Dialekt in mancher Beziehung von der -Sprache des Onkel, abweichend. Unbedeutende Abweichungen, wie variirende Vöcale, Verbalsormen, Susfixa rc. waren nicht nöthig zu vermerken, weil die Formen des Onk. für den Palästinenser nicht gerade unverständlich sein möchten^ oder auch während des Vortrages vom Methurgemän geändert wurden. Bedeutendere Abweichungen in Dialekt und Ausdruck und neben diesen verschiedene Auffassung des Bibel- Nestes vermerkte der palästinensische Targumist, umbei seinem Vorträge ׳seinen Glossen gemäß zu übersetzen. An Parallelstelten aber hielt er es nicht Ummer für nöthig, seine Bemerkung zu wiederholen: er konnte seinem Gedächtnisse trauen, oder'wenn seine Arbeit für Leser berechnet war, von einem aufmerksamen Leser erwarten, daß er auf eine einmal gemachte Bemerkung an ähnlichen Stellen Rücksicht nehmen werde. Da diese-Glossen' endlich wohl eine allmälige, wenn auch von demselben Verfasserherrührende und zum Theil zufällige Entstehung hatten, so kann es nicht auffällen, daß manche Glosse sich in einem der letzten Bücher des Pentat. findet, während sie in den ersten nicht steht. Uebrigens fehlen in unseren Ausgaben an manchen Parallelstellen' Glossen, welche ältere Autoren in ihren Codices hatten (vgl. Methurgemän 8. v.