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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 4 · p. Seite 145

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4
Article
Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
Date
1857-01-01
Page
Seite 145 (sequence 8)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 145 Onkelos vor sich gehabt, wie Jonathan; noch mehr, daß Jerusch, sich geradezu auf Onk. bezieht. So betrachtet ergeben sich die Midraschim des Jerusch, als nichts Anderes, als für eine geschmackvolle Zuthat zum T. Onkelos, um durch dieselben dm Vortrag dieses Targnms zu beleben und erhebend auf Herz und Gemüth des Hörers oder Lesers zu wirken.— Es bat viel Wahrscheinlichkeit für sich, daß dieses Targ. wirklich zum Vortrage, benutzt wurde; dafür spricht die häufige Anrede an das Volk Israel und die weit mehr als bei Jonathan!lebendige und ausführliche Darstellung; ferner der Umstand, daß fast sammtliche Festvorlesungen reichlich bedacht sind: selbst der Abschnitt für den Neumondstag ist mit einem ^נ!ב!י בני ישראי eingeleitet; Exod. 17, 8 ff., Vorlesung für Purim, sind selbst die Namen Mordechai und Esther erwähnt. -— Oft haben diese Hagadischen Abschweifungen einen geringeren Umfang, geben ethische Regeln, religiöse Ermahnungen u. dgl., wie wir dies sn der Jonathan'schen Paraphrase gefunden haben. So weit über die Hagada Jeruschalmi's. — Was nun die kleinen glossenartigen Stellen des Jerusch, betrifft, die man bisher für fragmentarische Ueberreste, oder als Varianten zu Jonath. erklärt hat: so find sie fannnt und sonders ein kritischer Commentar zum Targ. Onkelos^). Nur so lassen sich besonders die vielen mit Jonathan gegen Onkelos durchaus übereinstimmenden Stellen des Jerusch, (von denen wir üben S. 142 und 143 einen Theil angeführt haben) vernünftiger Weise erklären.; Dem letzten Grunde dieser kritischen Glossen immer auf die Spur zu kommen ist schwierig, — und sie sind zuweilen in der That imwesentlich; aber im Allgemeinen macht er seine Noten nach folgenden Principien: er verwirft manche Onkelos'sche Auffassung der Schristworte, gibt für dessen .freiere Uebersetzung eine genauere, setzt ein echt aramäisches Wort, wo Onkelos das hebräische nur aramäisirte, oder zieht zuweilen umgekehrt, einen dem hebr. Originale gleichenden Ausdruck vor;. er substuirt endlich für ein aramäisches Wort des Onk. -ein anderes; wahrscheinlich zu seiner Zeit mehr verständliches. Biele solcher Rebersetzungen mögen neben denen des Onkelos'schen Targums sich aus alter Zeit herschreiben. — Hier einige Beispiele der -Glosseme des Jeruschalmi. n. Er urgsrt eine nicht ganz genaue üebersetzung des Onkelos 8) Nur äußerst wenige Stellen entziehen sich dieser Annahme, vollständig eigentlich nur Levit. II, 35, wo Jerusch, wie Onkelos pnv durch;תדעו* gibt, während Jon. p-mv׳; und Deut. 11,12: aber warum sollte man nicht, da diese Erscheinungen so vereinzelt sind, irgend ein Corruptel annehmen dürfen?

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