Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 7)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 144 So verwandelt er 43, 14 die kategorische Verneinung des Jer. in die hypothet. Form. Jer. Dl חיך מרי די לא תכלית, Jon. אץ איתכלית-איתכל. Deshalb verläßt er auch 48, 22 ganz des Jer. Erklärung. ׳ Jer. hat hier im Zusammenhang mit dem vorausgchenLen Midrasch לא!:רומי ולא בקשתי/אל“־, בזכותי ובעובדי מביא, Jon. führt einen andern Midrasch an, zu welchem die Worte ץ בסייפי ובקשתיnfen;:— Ist hierdurch dewiesen, daß Jonathan die Hagada des Jeruschalmi nicht ohne Prüfung hinnimmt, sondern sie erst klar sichtet und ordnet, so ist es auch erklärlich, daß bei Ersterem die Hagada, zumal in den größeren Partleen, weit ausführlicher ist als bei Jonathan. An vielen Stellen zwar ist der Midrasch des Jonathan reicher; aber in solchen Fällen fügt er gewöhnlich zu einer Hagada des Jer. eine ähnliche hinzu, oder er hat, wie oben gezeigt wurde, offenbar die Absicht, den׳ dunkeln Jer. zu beleuchten. Gröstentheils aber geht Jon. in der Behandlüng dieser Midraschim vereinfachend und abkürzend zu Werke. Jer. gibt sie in ihrer ursprünglichen Vollständigkeit, in ihrer ganzen Ausführlichkeit und Breite, Jon. in der Gestalt und Ausdehnung, wie sie sich der Para- Phrase am passendsten einfügt. Alle Hagada's des Jer. (bis aus eine Gen. 45, 18) sind von ihm in dieser Weise bearbeitete Die rhetvrischen Excursionen, die im Jeruschalmi oft unvermittelt neben die liebersetzung hingestellt sind, weiß Jonathan mit mehr Geschick in dieselbe eiuzuflechten, und wenn sie ihm nicht zur betreffenden Stelle passend erscheinen, an geeigneterem Orte unterzubringenft. Aber dafür haben sie bet ihm meist von ihrer Ursprünglichkeit und Intensität verloren: Alles Spuren einer jüngeren Ueberarbeitung. t Das ältere T. Jerusch, bildete demnach die Grundlage der Jonathan'schen Paraphrase. Suchen wir uns nun das Wesen des Jer. klar zu machen. Den Hauptbcstaudtheil dieses Targums bilden nach dem Bisherigen die umfangreichen hagadischen Partieen, die, wie nur ebenfalls gezeigt, sich als planmäßig angelegte, vollständig abgerundete rhetorische oder poetische Darstellungen erweisen. Diese Digressionen schließen sich aber zum großen Theil bald mehr, bald weniger genau an die betreffende Uebersetzung des Onk. an; so Exod. 10, 28 u. 29. 12, 42. Deut. 32, 44 u. 45; das ganze Cap. Deut. 34 als Schluß der vorangegangentn hagadischen Exposition stimmt fast wörtlich mit Onkelos überein: Beweis genüg, daß Jerusch, ebensowohl das Targ. 7) So versetzt Jon. die rhetorischen Partleen des Jer. Gen. 30,22 nach Deut- 28, 12 und Gen. 35, 9 nach Deut. 34, 6: aber wie sind sie bei ihm zusämmengeschrumpst!