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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 4 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 133 (sequence 9)
Language
German
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der Akiba'schen Schule. 133 aber grundsätzlich sich befleißige, nur den dringenden Bedürfnissen, nicht der Bequemlichkeitssucht gerecht zu werden (Nedarim l. I.)^). Dem entsprechend war auch seine Lebensweise eine so mäßige, daß er sich stets einer blühenden Gesundheit erfreute und einem Heiden, der, über sein frisches Aussehen verwundert, ihn scherzend fragte: ״Ein Lehrer und ein Schwelger, wie läßt sich das vereinigen?" mit dem Bibelvcrse Kohelet 8,1 antwortete: ״Die Klugheit des Menschen macht sein Antlitz leuchten", womit er die Diät bezeichnete, die er stets einznhalteu bemüht gewesen und der er die Frische seines Aussehens danke (Kohelet R. zur Stelle, Nedarim I. I.). Es ist uns daher noch manche diätetische Vorschrift von ihm aufbewahrt, die zum Theil von Spätern beherzigt worden. So empfiehlt er, statt aller Augenpflaster, regelmäßige Waschungen (Schabbat 108b). Ebenso setzt er daselbst auseinander, wie schädlich die häufige Berührung mit der Hand auf Auge, Ohr, Nase u. s. w. wirkt und schließt ab mit den Worten: ״Die Hand kann blenden, die Hand taub machen, die Hand einen Polypen erzeugen." Natürlich, daß bei ihm das Diätetische leicht i!bs Ethische übergeht. So lehrt er (Pesachim 114a) in einem unübersetzbaren Wortspiele: ״Iß einfache Kost und lebe in Rühe, und gewöhne dich nicht an Gänse und Hühner, so daß die Lust darnach dich empfindlich quäle. Nimm deiner Speise und deinem Tranke etwas ab und lege es deiner Wohnung zu." Der Eindruck seiner Persöulichkeit aufseine Jünger war, wie aus manchem früher Gesagten leicht abzusehen, ein sehr mächtiger, und sie berichten, daß er ihnen am Vorabend des Sabbat, wenn er, dem Bade entstiegen, bessere Gewänder angelegt hatte, wie ein höheres Wesen erschienen sei (Schabbat 25b). Durch sein Beispiel lebte in seiner Schule ein so gottesfürchtiger Sinn, daß spätere Lehrer zu dem Verse -,Gottesfurcht ist rühmenswerth" (Sprüche Salom. 31, 30) bemerkten: ״Das läßt sich auf R. Jehuda ben Jlat und seine Schule anwenden, in welcher Genügsamkeit und Verträglichkeit zu Hause war" (Synhedrin 20). . R. Jehuda überlebte fast alle seine Eollegen, so daß er uns oftmals als Lehrer des gleichnamigen Mischnaredacteurs, der das religiöse Oberhaupt der nächsten Generation war, angeführt wird (Megilla 20, Schebuvt 12a), und starb, indem er einen seiner 5) Die Kommentatoren nehmen bei dieser Erzählung ein Wunder an, das aber in den Worten der talmudischen Erzählung nicht zu liegen braucht.

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