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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 4 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 134 (sequence 10)
Language
German
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134 Briefe aus Süddeutschland. würdigen Sohn zurückließ, der unter dem Namen R. Jose ben N. Jehnda einen ehrenvollen Platz unter den Tanaim einnahm. Briefe aus Süddeutschland. IV. Nur selten mögen die Plätze auf Erden sein, auf welchen das Sprüchwort: ״Es ändern sich die Zeiten und in ihr und mit ihr die Menschen" so. marqirt und ausgeprägt zum Wahrwort geworden, als hier in Hessen. Man denke z. B. an die Vergangenheit der jüdischen Gemeinde zu Worms mit den obligaten Scheiterhaufen, Fleischzcrsägen, Weinpressen, Roßmühlen, Ghetto's, gelben Fleckchen, Kammerknechten, Juclaeis receptis et non receptis etc. etc. und vernehme die Kunde, daß die Bürger derselben Stadt im Jahre 1848 einen Nachkommen jener Gehetzten und Verfolgten (Hrn. Ferd. Eberstadt) zu ihrem Bürgermeister wählten! Es ist eigenthümlich, daß das Zudenthum, dessen heilige Schriften, Bibel und Talmud, durch und durch den strengsten Conservatismus athmen, gerade von den Stürmen politischer Revolutionen die bessere Gestaltung seiner Verhältnisse datiren muß. Das Jahr 1789 zerschmetterte die knarrenden Thore an den Judengassen in den Rheinstädten und das Jahr 1849 legte den Schlußstein zu dem Gebäude der Religionsfreiheit. Wir wollen es freudig constatiren, daß nicht blos an dem betreffenden Gesetze der hessischen Verfassung bisher in keiner Weise gedeutelt und gerüttelt wurde, sondern daß dasselbe auch mehr und mehr in's Leben cingreist und sich thatsächlich verwirklicht. So fungiren als Staatsbeamte der Kreisarzt 0r. Weil in Zwingenberg, der Postseeretair Bessunger in Darmstadt, der Eoncertmeister Schlösser ebendaselbst.׳— Die jüdischen Elementarlehrer sind völlig den christlichen gleichgestellt, nur, daß sie von den Gemeinden besoldet werden; doch beziehen sie kleinere Zuschüsse )!aus der Staatskaffe, und sind deren Frauen zum Wittwengehält berechtigt. —׳ Die jüdischen armen Waisen werden wie die christlichen ans Staatskosten erzogen.— Unter den im Regierungsblatte verzeichneten zu Landtagsabgcordneten wählbaren Staatsbürgern figurirt eine Menge jüdischer Namen.— Eine große Anzahl von Juden befindet sich aus den Bänken der Geschworenen*). —- Als Communalbeamte befinden sich Juden in 1) Als Curiosnm sei erwähnt, daß bei den letzten Assisen in Gießen drei jüdische Geschworene waren, welche am zweiten Tage des No sch Ha-Schana-

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