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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 4 · p. Seite 130

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 130 (sequence 6)
Language
German
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130 Die hervorragendsten Vertreter R. Jehuda den 9. Ab durch strenge Trauergebräuche begangen wissen will, und daß es ausdrücklich heißt, seine Eollegen hätten seine Strenge in dieser Hinsicht nicht gebilligt (Taanit 2E u. 29). R. Jehudcks Leben verfloß von seiner Rückkehr nach Palästina bis zu seinem Tode in ungestörter Muße und in hohen Ehren. Was er als Mitglied des Synedriums leistete, geht in die Gesamnttthätigkeit aller klebrigen auf. Er war aber auch zugleich für das Haus des Nasi (der wohl ebenfalls damals in Uscha wohnte) der maßgebende Rath in religiösen Dingen (Menachot 104). Die ihm eigenthümliche Methode irr der Halacha wird am besten begriffen, wenn wir ihr die seines genialen und kühnen Eollegen N. Meir gegenüberstellen. So beantwortet R. Jehuda die Frage, was man unter Mischna eigentlich zu verstehen habe, dahin, daß Mischna Midrasch sei, R. Meir, daß die Halachot Mischna heißen (Kiduschin 49a). Während nämlich R. Jehuda die Halachot so vortrug, daß tt sie stets an das Bibelwort anlehnte und auch bei ihrer Anordnung dem Gange der Bibel folgte, lehrte R. Meir die Halachot frei und nach der ans ihnen selbst hergenvmmenen Anordnung in der Art der auf uns gekommenen Mischna, weshalb denn auch die ursprüngliche Fassung des Siphra R. Jehuda, die der Mischna R- Meir zugeschrieben wird (Spnhedrin 86). Mit diesem Anschlüsse an die Bibel ging bei R. Jehüda überhaupt eine mehr wörtliche, oder, wie wir genauer sagen könnten, vorsichtigere Auffassung des Bibelwortes Hand in Hand (דברים'■ ככתבן Pesachim 21a, Sebachim 59b; vgl. Baba batra 16a, 121b, Schekalim 10b) 3 4). Freilich spricht R. Jehuda einen Satz aus, der dem Angegebenen zu widersprechen scheint. Er sagt nämlich (Kiduschin 49 a): ״Wer den Bibelvers übersetzt ganz in der Gestalt, wie er ihn vorfindet, der ist ein Lügner." Aber — wie schon die Tosafot dort richtig bemerken — ist damit die wortliche Uebersetzung der Anthropomorphismen gemeint, die in dem damals üblichen Targmn wie in dem auf uns gekommenen Targum Onkelos stets ihrem eigentlichen Sinne nach umschrieben wurden^). 3) Dahin ist׳ auch zu rechnen das im Gegensätze ,zu Simon vorkommende Mp-! ר' יר.ור1. לא רר<ש.^«א (Baba Mezia 115 8.) und die Parallelstellen. Ebenso der-Satz: ר' יד.ודר. לא דריש פמונץ (Synhedrin 67 a, und b). 4) Keinesweges ist daher כצורתו und ב&שמעו identisch, da die Auffassung בבושתו sehr oft vorkommt, die כצורתו aber mit Recht von R. Jehuda als nur scheinbar genau, in der That aber dem Geiste der Stellen widersprechend verworfen wird.!

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