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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 4 · p. Seite 129

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 129 (sequence 5)
Language
German
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der Akiba'schen Schule. 129 I. II d. ad legem ■Corn., de sicariis), imd die Jünger des Gesetzes konnten wieder in ihre Heimath zurückkehren und sich zu einer segensreichen Wirksamkeit zusammenthun. In Uscha, der Vaterstadt R. Jehuda's, fanden sie sich zahlreich ein und beriechen dort, wie es scheint, unter Vorsitz des R. Jchuda, über die Restauration des gesunkenen Gesetzesstudiums. Wenigstens bestieg R. Jehuda auf Geheiß seiner Collegen als der erste die Rednerbühne, um den Bewohnern von Uscha im Namen Aller den Dank für die bereitwillig geleistete Gastfreundschaft auszusprechen (Midr. Schir Haschirim zu 2, 5). Wir bemerken bei dieser Gelegenheit, daß R. Jehuda häusig bei Disputationen mit seinen Collegen zuerst spricht und er daher geradezu das Haupt der Sprecher (ראש המדברים) genannt wird. Für diese R. Jehuda zu Theil gewordene Ehre gibt der Talmud selbst eine nur für die flüchtige Betrachtung auffällige, in der That aber wohl ganz historische Motivirung. Er soll nämlich in einem Gespräche mit R. Simon und R. Jose, bei welchem auch manche Jünger derselben zugegen waren, die Römer wegen ihrer vortrefflichen,, die Bequemlichkeit fördernden Bauten gelobt haben, was einen Widerspruch des Heftigen R, Simon zur Folge hatte, der in was irgend von den Römern ausging, Gutes nicht erblicken konnte. Das daraus den Römern verrathene Gespräch soll, wie es harte Maßregeln gegen seine Collegen veranlaßte, zugleich die römische Regierung bewogen haben, ihn zum ersten Sprecher zu erheben. Fassen wir die Sache so, daß, während N. Simon zum Tode vecurtheilt, R. Jose seines Schweigens wegen in seine Heimath gewiesen wurde, R. Jehuda als, so zu sagen, politisch unverdächtig, die Erlaubniß erhielt, noch fernerhin Gelehrtenversammlungen halten zu dürfen, unter der Bedingung, daß er den Vorsitz und also gewissermaßen die Verantwortlichkeit übernehme, so verschwindet das Auffallende der Erzählung. Wie tief jedoch in R. Jehuda's Herzen trotz dieses den Römern gespendeten Lobes die nationale Gesinnung und der Schmerz über die Einbuße des letzten Restes von Selbstständigkeit wurzelte, beweisen die Erzählungen seiner Schüler über die Art, wie er den 9. Ab beging. Am Vorabende des 9., bevor er sich zum Fasten anschickte, brachte man ihm trockenes Brod und Salz und einen Kübel Wasser, worauf er seinen Platz zwischen Ofen und Heerd nahm und in seiner ganzen Haltung den Anblick eines Menschen bot, vor dessen Angesichte eine theuere Leiche liegt (Taanit 30 a). Ueberhaupt ist bemerkcnswerth, daß namentlich

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