Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 4)
- Language
- German
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128 Die hervorragendsten Vertreter Vorzeit Galiläa's und die damals daselbst getroffenen Einrichlangen (Nedarim Mischna 5, 5). R. Jehuda's Kunde älterer Verhältnisse geht aber noch über Palästina hinaus, und er spricht namentlich von Egypten in Ausdrücken, die es wahrscheinlich machen, daß er seine Kenntniß desselben an Ort und Stelle geschöpft habe. So schildert er mit lebhaften Farben den Glanz und den Ungeheuern Umsang der Alexandrinischen Synagoge (Proseuche) und meint: Wer sie nicht gesehen, der Habe nie Israel in voller Entsaltung seines Glanzes gesehen (Succa 51b). Ebenso gebraucht er, während seine Collegen zu ändern Bildern greisen, den Nil zu einem hagadischen Bilde (Genesis R. 13). Sogar die Sage über die Art, wie die Uebersetzung der Septuaginta aus wunderbare Weise zu Stande kam, scheint er aus Egypten gebracht zu haben (Megilla 9a). Nicht minder spricht für seinen Aufenthalt in Egypten der Umstand, daß er. ans die Angabe N- Meir's, wie Onias darauf gekommen sei, einen Tempel in Heliopvlis zu bauen, entgegnet: ״Nicht so war der Sachverhalt", worauf er dann die verhältnißmäßig richtigere Angabe macht (Menachot 109). Daß aber seine Reise nach Egypten jedenfalls in seine frühe Jugendzeit zu verlegen ist, erhellt aus der Thatsache, daß (nach Obronieon Eusebii und Chroniooii Hieronymi) die Schaaren des Turboim 18. Regierungsjahre des Trajan Alexandrien auf schreckliche Weise verwüstet und wohl auch die dortige Proseuche den Flammen Preis gegeben haben. Wie für alle Jünger R. Akiba's bot auch für R. Jehuda nach dem Fälle Bethar's und der Hinrichtung der hervorragendsten Gesetzeslehrer Palästina keinen Schutz dar, und er floh höchst wahrscheinlich nach der zahlreich von Juden bevölkerten Euphrat- und Tigrisgegend, nachdem er von dem Manne, der mit ihm Namen und Beinamen theilt, von R. Jehuda ben Baba dem Frommen, die Lehrerweihe erlangt hatte. Zum Glücke für Palastina wie für die Entwickelung der jüdischen Lehre starb Hadrian kaum 3 Jahre nach dem Betharischen Kriege, und die Weigerung des römischen Senates, dem verstorbenen Kaiser den für römische Imperatoren stach ihrem Tode üblichen, ihr Andenken apotheosirendeu Beinamen äivus zu geben, beweist, daß sein Gedächtniß nicht blos den Juden verhaßt war (bist. Aug. tladr. cap. XXV). Der mildere Antonin hob die in die innersten Interessen des jüdischen Volkes greifenden Hadrianischen Decrete aus (M0de8tirm3