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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 4 · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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der Akiba'schen Schule. 127 Meinung R. Elieser's dennoch weiter tradirt, so angibt, daß ihm R. Elieser's Meinungen, als die eines Lehrers seines Vaters, lieb gewesen seien, auch wenn sie nicht Gesetzeskraft erlangt hatten, berichtet er auch Manches über R. Jochanau bei! Saccai mit einer Genauigkeit, die der eines Augenzeugen wenig nachgibt (Schabbat Misch na 16, 7; 22, 3; Schekalim Mischna 1, 4), und zeigt sich überhaupt der altern Zeiten so kundig, daß wir die Aeußerung: ״Vormals wurde es so und so gehalten" (בדא׳^זובה) am häufigsten in seinem Munde finden^). Sv erzählt er (Maßer scheni Mischna 3, 8), daß man ״vormals" (בראשוגה) in Betreff der Pflicht, die zu vcrzehuteuden Früchte ans dem Hause zu schafseu, eine im Gesetze nicht begründete Strenge beobachtete, bis R. Akiba die Sache aus das richtige Maß znrückführte. In ahnsicher Weise gibt er (Schekalim Mischu. k, 2) eilte historische Erörterung, wie man auf die strenge Maßregel, ein mit Mischguttungen besäetes Feld für herrenloses Gut zu erklären, gekommen sei. Nicht selten sogar stellt er aus der Anschauung älterer Zeiten heraus tadelnde Betrachtungen über seine eigene an. ״Sieh", äußert er einmal (Berachot 33b), ״wie wenig die spätern Zeitalter einen Vergleich mit den altem aushalten. In alten Zeiten war das Gesetzesstudium Zweck, die weltliche Beschäftigung hingegen nur ein Mittel, um diesem Zwecke gerecht werden zu können, und siehe da, Beides gedieh vortrefflich. Jetzt ist die Sache anders geworden, aber es fehlt auch der alte Segen." Die Stelle erhält freilich erst ihr rechtes Licht durch die Erwägung der geistigen wie materiellen Hemmnisse, die Trajan's und Hadrian's eiserner Arm dem Palästinensischen Leben in R. Jehuda's Zeit entgegenstellte. Bemerkenswerth sind auch die sactischen Berichtigungen, die R. Jehuda, als mit der religiösen Vergangenheit wohl vertraut, hie und da zu der Meinung seiner Kollegen hiuzufügt. So begleitet er beispielsweise die (Nasir Mischn. 3, 6) gegebene Erzählung, daß die bekannte Proselytiu Helena, Mutter des adiabanischeu Königs Mvuobazes, ein Nasträergelübde abgelegt und treulich erfüllt habe, obgleich es aus gesetzlichen Gründen 21 Jahre hatte dauern müssen, mit der Bemerkung, sie sei nur 14 Jahre NasirLerin gewesen. Und so kennt er nicht minder genau die 2) Vergl. zu dem hier Gesagten wie zu manchem Felgenden, namentlich zu dem, was «der R- Jehuda's Reise nach Egypten angeführt wird,: Frankel, Vorstudien zu der Septuaginta S. 27. 10*

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