Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829206-2829211-2855017--03491-2855032- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
126 Die hervorragendsten Vertreter bender, praktischer Entscheidungen desselben (Jebamot Mischna 12, 6; Nedarim Mischna 6, 6). Auch sonst finden wir sein Mannesalter von dem Andenken jenes Lehrers beherrscht, und es ist bemerkenswerth, daß ihm nicht selten dieselben Tugenden nachgesagt werden, die auch an R. Tarfon hervortreten. So wird von R. Jehuda berichtet, daß er stets sein Gesetzesstudium unterbrach, um einer Leiche zu folgen, oder wiederum einer Braut das Geleite aus ihres Vaters Hause zu geben (Mcgilla 29», Ketubot 173). Und in ähnlicher Weise heißt es (Abot di R. Nathan zu Ende) von R. Tarfon: ״Als einst N. Tarfon in seinem Hause mitten im Lehrvortrage begriffen war, zog ein Brautgeleite vorüber. Sofort unterbrach er sich, ließ die Braut in sein Haus bringen und gab seiner Mutter und seiner Frau den Auftrag, sich mit ihr zu befassen und sie zu schmücken, um ste dann in das Haus ihres Bräutigams zu geleiten." Wie die Stelle einerseits zugleich charakteristisch für die Sitte jener Zeiten ist, so wird sie uns andererseits verständlicher, wenn wir uns vergegenwärtigendaß R. Tarfon's Reichthnm ihm eine so kostspielige Humanität ermöglichte (Tr. Kalla). Daß R. Jehuda übrigens äußerst früh zu R. Tarfon in Beziehung getreten ist, folgt aus der Nachricht (Megilla 203), daß er noch vor seinem dreizehnten Lebensjahre demselben das Buch Esther am Purimfeste vorgelesen habe. Nächst R. Tarfon sind es R. Elasar bei! A'aria und R. Akiba, deren halachische Lehrmeinungett er nicht blos in sich ausgenommen hatte, sondern die er auch im Leben mit ängstlicher Sorgsalt beobachtete, um aus ihrem Verfahren die gültige religiöse Praxis׳ abzunehmeru So erzählt er (Jerusch. Berachot 3, 1), daß er einst aus einer Reise hinter R. Akiba und R. Elasar den Asaria herging, die mit der Ausführung eines fromme» Werkes beschäftigt waren, und daß diese die Lesung des Schema erst begannenals die Sonne schon auf den Bergspitzen stand. R. Jehuda war aber nicht blos Zögling der seiner Zeit unmittelbar vorausgehenden Generation, sondern scheint durch sorgfällige Berichte seines Vaters auch in der Zeit R. Jochanan ben Saccai's und׳ seiner Jünger vollständig heimisch gewesen zu sein. Denn abgesehen davon, daß er manchen Satz tradirt, den er von seinem Vater im Namen N. Elieser des Aeltern (bekanntlich des hervorragendsten Jüngers R. Jvchanan's) gehört (Abot di R. Nathan 15), abgesehen ferner davon, daß der Talmud selbst (Mena- Kot 18s) den Grund, warum N. Jehuda eine nicht recipirte