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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 112

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
Date
1857-01-01
Page
Seite 112 (sequence 17)
Language
German
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112 Wissenschaftliche Aufsätze. Variantensammler, der sich die-Mühe nicht verdrießen läßt, umfangreiche Stellen eines Codex auszuschreiben, wird sich nicht so sehr häufig den Verstoß zu Schulden kommen lassen, ganz gleichlautende Stellen als Varianten beizusetzen. — Auch läßt sich nicht annehmen, daß schon früh ein den ganzen Pentateuch umsaffendes jerusal. Targum allgemein bekannt gewesen. Es ist vielmehr fast mit Bestimmtheit zu behaupten, daß Elias Levita — und dieser schrieb e. 1580 — nur das schon 1518 gedruckte Targ. Jeruschalmi gekannt habe 1). Nicht nur daß er Jonathan's Paraphrase nur dem Namen nach aus Rekanate kennt, er citirt sogar (Methurgeman Einleitung) eine von Rekanate erwähnte ganz einfache UebersetzMg des Jonath. zu Levit. 14, 6 ית צפרא חייתא יסב יחה, die sich in dem ihm vorliegenden Codex (der also gewiß der unvollständige Jerusch. war) nicht findet. Levita sagt zwar nicht, daß sein Targ. Jerusch, nicht den ganzen Pentat. umfasse; aber er betrachtet es wohl deshalb als Ganzes, weil cs in den alten Ausgaben (Bibi. rabbin. ed. Venedig, Basel) hinter dem mit dem Targ. Onk. Versehenen Pentateuch besonders abgedruckt, und wohl auch in alten Handschristen ohne Jonath. sich als ein besonderes Ganze befindet; so im Codex Vatic. 440 aus saec. 13 (nach Assemani citirt bei Zunz S. 70). Wird aber eine Variante olme Text hingeschrieben? Wir können den Umstand, daß das Targum Jcrusch. dem mit Targum Onk. versehenen Pentateuchausgaben beigegeben ist, gewissermaßen als diplomatischen Beweis für unsere später zu besprechende Behauptung anführen, daß Jerusch, in den uichthagadischcn Thcilen den Giossator zu Onkelos bilde. Daß das Targum Jerusch, auch in Handschriften dem Jonath. wie in unseren Ausgaben beigesetzt gewesen, kann, man nicht berichten; vielmehr ist aus de' Rossi's Bericht (Meor Ena! im p. 50b) zu ersehen, daß er in den von ihm genannten Codices, nachwelchen 1591 zu Venedig die erste Ausgabe veranstaltet worden, nur das Targum Jonathan ge« funden. De' Rossi selbst hat früher wohl nur das unvollständige Targ. Jerusch, gekannt, und in den von ihm genannten Codices waren zwei Abschriften des Targ. Jonath., so geht aus seinen Worten hervor: ראיתי ב' תרגומים שלמים על התורה דומים וה לוה מלה במלה שניהם. מתהילים תרגום מלת בראשית לא בחוכמתא אבל מך אוולא; er sah zwei vollständige Wort für Wort gleiche Targumim zum Pentateuch — und wie er ferner berichtet —, das eine mit der Aeberschrist T. Jonathan bt^siel, das andere Targ. Jernsch.; er ist daher verwundert, auch ein polbstäudiges Targ. des Namens Jerusch, zu finden, das überdies, 1) Die eckitio princeps des T- Ion. erschien erst im I. 1881 Venedig.

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