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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 111

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
Date
1857-01-01
Page
Seite 111 (sequence 16)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 111 dies in der Regel — in mehr bündiger Form; ein großer Theil der abrupten Verse des Jerusch, sind wörtlich, andere grösteutheils mit Jonath. übereinstimmend. Die beiden letzten Sidrah's des Pentateuch, die im Jerusch, vollständig übersetzt sind, haben in ganzen großen Partieen sowohl, wie in minutiösen Einzelheiten überraschende Achnlichkeit mit Jonathan.— Schikard (Bechinath ha-peruschim S. 37) verwirft die Annahme, daß dies Targ, Fragment eines früher vollständigen sei und dies, wie später gezeigt werden soll, mit Recht. Er hält dies Targum seiner unzusammenhängenden, bald größeren, bald kleineren Partieen wegen, in denen er überdies keine Einheit findet, für ein Sammelwerk von Notizen verschiedener Targumisten, die allenfalls einer und derselben Redaction angehören. Aber dergleichen Inkonsequenzen, wie sie Schikard meint, sind eben nur Einzelheiten. Man wird zugeben müssen, daß manches falsche Glossem sich in den Text des Jerusch, eingeschlichen haben kann; aber diese Einzelheiten berechtigen nicht, dem Ganzen den einheitlichen Charakter abzusprechen. Drufius hingegen (bei Walton xrolsZ. S. 578) legt auf die Achnlichkeit beider Targumim vorzüglich Gewicht und kommt zu dem Resultate, daß Jonathan und Jerusch, für identisch zu halten seien. Aber auch hier genügt die oberflächlichste Vergleichung beider Targumim, um das Nichtige dieser Ansicht auszuzeigen. Waiton bemerkt richtig, daß schon das erste Wort der Genesis von beiden verschieden übersetzt werde, also die Annahme einer Identität sich von vorn herein als unbegründet erweist. — Musaphia (2 אשן;מוסף הערוך) spricht du wahrscheinlicher klingende Ansicht aus, daß Jerusch, im Grunde allerdings mit Jonath. identisch sei, aber die Varianten zu diesem bilde. Ihm tritt Mendelssohn bei (Einleitung in den Pcntat.). Auch Zunz (l. 1. S. 66 ff.) hält diese Ansicht für die zweifellos richtige und aus dem Umstande, daß viele der von alten Autoren aus einem palästinensischen oder jcrus. Targum citirte Stellen sich theils in unserem Jerusch, theils im Jonath. finden, wird geschloffen: ״es habe vom jerus. Targum eine doppelte Recension Vorgelegen, von denen die eine, unser Jonath., vollständig, die andere nur in Fragmenten, so weit sie die Varianten zum Jonath. bildet, zu uns gelangt ist. Aus der Uebereinstimmung einzelner Stellen kann nur gefolgert werden, daß die Aushebung der Variante» nicht genau geschehen sei, oder spätere Hände sie gleich gemacht haben." Aber es scheint unberechtigt, das in so zahlreichen Partieen ganz vollständig abaerun^ete. in seiner Darstelluugsweise an vielen Stellen von Jonathan verschiedene Targum Jcruschalmi für eine bloße Variante zu Jonathan zu betrachten, selbst wenn keine gewichtigeren Gründe dagegen wären; und ein

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