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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 110

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
Date
1857-01-01
Page
Seite 110 (sequence 15)
Language
German
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110 Wissenschaftliche Aussätze. dafür um so-mehr das Bild jener Zeit, in welcher der kräftige Pulsschlag des national-religiösen Lebens das Judenthum ausschließlich beherrschte und alle Adern des Wissens durchdrang, jenör Zeit, wo neben der Forschung des Gesetzes die fromme Intuition, freilich auch mitunter die mystischen Extravaganzen --׳--der damaligen philosophischen Ansichten in. der. Anschauung des Volkes Platz gegriffen hatten. Jonathan ist so zu sagen der Repräsentant des Geistes seiner Zeit. Aber welches diese Zeit war, in der dies Targum verfaßt worden, läßt sich nicht genau ermitteln. Suchen wir daher die wesentlichsten Momente, so weit sie uns aus Jonathan selbst entgegentreten, hervorzuheben, um hierin wenigstens zu einem annähernden Ergebnisse zu gelangen 6 * 8 9). Abgesehen׳, davon, daß Jonath. die Resultate der talmud. Forschung und die Anj schauungsweise des Talmud so vollständig in sich ausgenommen, wie 1 kein anderes Targum, liefern uns die Erwähnung von Konstantinopel! (Num. 24, 19 u. 24) und der Lombardei (Rum. 24, 24)?), sowie/ der Wunsch für den Untergang des weströmischen Reiches (Num. das.) \ einige historische Anhaltspunkte. Unter allen Daten ist die Anführung der Namen Chadidja und Fatime (Genes. 21,' 21) dasjenige, welches Jon. das späteste Alter zuweist, und ist deshalb sein Targ. jedenfalls nicht früher als in die Mitte des 7". Jahrhunderts zu setzen. Daß aus dem Wunsche für den Untergang der zwölf Mächtigen Jsmaeis^ (Num. 7, 87) kein sicherer Beweis zu ziehen sei, hat schon Zunz bemerkt^). lieber das Verhältnis des Fragmententargums Jeruschalmi zur Paraphrase des Jonathan haben sich diametral entgegengesetzte Ansichten geltend gemacht; wir wollen versuchen, diebedeutenderen Meinungen hervorzuheben. ' Dies Targum hat eine viel--zu große Aehnlichkeit mit Jonathan, als daß man nicht eine genaue Verwandtschaft beider aus den ersten Blick erkennen müßte. Jede Hagada des Jeruschalmi ist bei Jonathan wiederzufinden0), bald weiter ausgespounen, bald — und 6) S. Zunz 1. I. S. 75. .7) Daß im Jerusch,!)(er בלברניא (liburna) gestanden und Jon. daraus בלמבודיא gemacht (nicht wie Zunz meint 1.1, S. 75 beide Targ. בלברגיא' hatten), geht aus Deuter. 28, 68 hervor, wo das Wort באניות im Jer. bin1#} בלברניא, int Jonath. durch .באיל^א übersetzt ist; Jon. scheint also das Wort לבדניא in der Bedeutung von ״Schiffen" nicht gekannt zu haben. 8) Zunz 1. 1. S. 76. Anm. d. 9) Nur Gen. 44, 18 hat Jerusch, eine weitläufige Hagada, die im Ion. nicht' ausgenommen ist. Frankel (Zerischrist 1846. S. 117) hält für wahrscheinlich, daß diese Hagada im Jonath., nicht im'Jerusch, ihren Platz haben müsse; nur ist solche Ausführlichkeit dem Jonath. nicht eigen. Vielleicht ist sie ein späterer Zusatz zu Jerusch.

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