Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 12)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aussätze. 107 hervor: das Gebet Abraham's ans Moriah (Gm. 22, 14); Hymnus beim Tode Mosis (Deuter. 34, 6). Parabeln: Genes. 49, 4; 31 uni. 21, 34; Deut. 32, 50. das mit seltener Kunst und Innigkeit durch-- geführte Gleichniß: Moses mit dem unglücklichen Vater verglichen, der vom freudig ersehnten Hochzeitsfest des Sohnes zum Tode geführt wird. Auch der in der Hagada beliebte Derusch fehlt nicht; so Gen. 16, 12 die Deutung des 321 אימה וחשכה auf die vier Reiche; Levit. 21, 24 die Auslegung und historisch begründete Deutung des Gebotes über die Opferthiere שור או כשב■ או עז; Num. 6, 24 der Priestersegen, der erst in hebr. Sprache ausgenommen, dann paraphrastisch interpretirt ist- — 81t hagadischen Eigcnthümlichkeiten könnten wir noch die den Hagadiften überhaupt geläufige Deutung der Eigennamen rechnen; so Gen. 23, 1. 3; 36, 39; 46, 21. Daß manche Stellen, die wohl für paraphr. Version geeignet sind, ohne jede Paraphrase fast Wort für Wort sich Onkelos anschließen (so Gen. 2V, 1—15), könnte begründeten Verdacht gegen die ursprüngliche Vollständigkeit der Paraphrase erregen. Die Hochachtung vor der heiligen Schrift erforderte, daß Alles,) was im Ausdruck oder Inhalt dagegen verstoßen konnte, sorgfältig! umschrieben und durch euphemistische Wendung beseitigt werde. Schon : Onkelos ist überall bestrebt, in seiner- Uebersetzung die von Gott gebrauchten sinnlichen Bezeichnungen in begriffliche umzuwandeln, wie überhaupt jede - Verkörperung des höchsten Wesens, als im Widerspruch mit seiner Vollkommenheit, verschwinden zu lassen. Jon. schließt sich hier eng an Onkelos an. Luzzato (Olrsd-Eer) hat die Gesichtspunkte aufgestellt, unter denen Onkelos zu Werke gegangen sein mag, Anthropomorphieen und Anthropopathieen zu vermeiden, von den biblischen Helden in decenten Ausdrücken zu reden, den heidnischen Götzen nicht Attribute beizulegen, welche vom Gotte Israels gebraucht werden: alles dies ist von Jonathan genau wie von Onkelos beachtet worden, manchmal noch weiter durchgeführt. Jonathan jedoch verschieden von Onkelos: והייתם כאי1הים: Onk. כרברבין, Jonath. כטל1אכין רברבין. Bei aller Aengstlichkeit, euphemistisch zu umschreiben, wird doch der Sinn möglichst berücksichtigt, so daß derselbe Ausdruck an verschiedenen Stellen verschieden lautet. So Gen. 30, 2 התחת - אלהים אנכי. Onk. המיני את בעיא הלא מן קרם ה' תבעין, Ion. ,ער דאנת בעיא מני בעי מן קרם ה, dagegen Gen. 50,19 Onk. ארי רחלא דה' אנא Jon.'ארום דחיל! ומחבר מן קרם ה אנא. Das מימרא als Umschreibung des Gottesnamens ist bei ihmf weit häufiger als bei Onkelos.. Ebenso wird von biblischen Charakteren'( in möglichst decenten Ausdrücken gesprochen. Gen. 27, 35 בחוכמה