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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 108

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
Date
1857-01-01
Page
Seite 108 (sequence 13)
Language
German
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108 Wsssenschafttiche Aufsätze. statt במרמה (auch 34, 13). Vermeidung des Ominösen: Deuter. 11, 26 והקללה Jon. וחילופה. Auch in der Hagada des Jonathan zeigt sich diese religiöse Scheu. Der Gottheit selbst wagt die hagadischc Ausschmückung nur schüchtern zu nahen. Wunderbare Erscheinungen begleiten die Verkündigung des Dekalogs, aber auch der Paraphrast scheint die Warnung gehört zu haben, sich zum Herrn selbst nicht vorzudrängen. Die Bezeichnung der göttlichen Eigenschaften ist kaum mehr als eine wörtliche Version des biblischen Textes iExod. 34, 6 ■ff.). Die Paraphrase des Schwanengesangcs Mosis, ein fruchtbarer Boden für die Hagada, ist doch da mäßig, wo das Wesen der Gottheit Erwähnung findet (Deuter. 32, 19. 20 u. a. m.).: Die Jonathan'sche Paraphrase hat, wie wir bereits angedeutet, auch die Resultate der halachischen Schriftauslegung in den Kreis ihrer Darstellung gezogen. Die Behandlung der Halacha ist nothwcndig von dersenigen/der ^Mgdg.,, verschieden. In der Halacha hört die Herrschaft der Phantasie und der Dichtung ans; die Autorität der Tradition ist hier unumschränkte Gesetzgeberin, und nur was der strenge Gedanke ans Grund gesetzmäßiger Forschung entwickelt hat und von den Lehrern des Gesetzes autorisirt worden, kann Berechtigung und Gültigkeit beanspruchen. Jonathan's Paraphrase hat daher auf dem Gebiete der Halacha den Charakter einer nüchternen Erläuterung der biblischen Ge- Bote an der Hand der Resultate der halachischen Forschung. Die Zahl der in der Paraphrase enthaltenen, sowohl zur Zeit der'Abfassung dieses Targums gültigen, als sicherlich außer Gebrauch gekommenen halachischen Bestimmungen ist sehr bedeutend, und besonders gaben ihm Mechilta, Sifra und Sifri eine reiche Ausbeute. Die Darstellung der Halacha ist in den meisten Fällen meisterhaft: präcis und klar; und da diese prägnante Kürze, zumal in den. Bestimmungen über ננעים u. dgl. bei der Menge gewiß kein genügendes Verständniß erzielen konnte,, so scheint hier mehr der engere Kreis Halachakundiger berücksichtigt worden zu sein. —׳ Conscquenter Fortschritt von einer' Halacha zur anderen zeigt sich besonders in dem am meisten hall Theile des Exodus Cap. 21 ü. 22, wo Jonathan die Mechilta oft wörtlich anführt. Aehnliches fast im ganzen Levit., wo er viele der im Sifra enthaltenen Halacha's excerpirt. Die biblische Basis wird entweder nach der Hai. Deutung vertirt, so Exod. 12, 43 או בר ישראל דאמתלק nach der Halacha p 1 נכר שנחנכרו מעשיו וברt. dgl. m.; oder die Version mit . einem erklärenden Zusatze versehen, so Exod. 21, 2 ארוס תמברן בננבוהיה לעברא בר ישראל וכר, ובמעלי שביעתא ובו'; das. V. 7 zu לא תצא כצאת העבדים gibt er עבדא כנענאי דטשחהררין בשינא ועיינא וכר. Levit. 5,

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